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Solingen
Konzert nur für Sechstklässler

Solingen. "Der Zauberlehrling" steht auf dem Stundenplan einer besonderen Schulstunde. Von Maxine Herder

Als die Musiker die Bühne betreten und das erste Stück im Konzertsaal erklingt, sind die Besucher fast mucksmäuschenstill - und aus den gerade noch rufenden und herum albernden Schülern werden aufmerksame Zuhörer. Es ist eine besondere Vorführung, die die Bergischen Symphoniker gestern Vormittag geboten haben - und es ist ein ganz besonderes Publikum, das ihr lauschte.

Unter dem Titel "Zauberkunst und Hexengraus" haben die Symphoniker alle sechsten Klassen der weiterführenden Schulen in Solingen zu zwei Schulkonzerten eingeladen. "Der Zauberlehrling" des Komponisten Paul Dukas nach dem Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe steht auf dem Stundenplan dieser ganz besonderen Unterrichtsstunde, am Dirigentenpult: Yura Yang.

Kindgerecht erzählt und erklärt Michael Forster, Dirigent des Orchestervereins Solingen und Mitglied der Bergischen Symphoniker, die Geschichte des Zauberlehrlings in all ihren einzelnen Elementen - und der Musiker vermittelt ganz nebenbei, mit großer Leichtigkeit und viel Freude, wie die Musik es nun eigentlich schafft, ihre Wirkung zu entfalten und ganz besondere Stimmungen zu erzeugen: von den sanften Tönen der Streicher als im Zauberlehrling die folgenreiche Idee wächst, doch den Besen das Wasser holen zu lassen; über das murmelnde Horn, das ganz leise im Zusammenspiel der anderen Instrumente zu hören ist und den Zauberlehrling ermahnt, dass seine Idee doch eine Nummer zu groß für ihn sein könnte; über die fast hüpfende, gut gelaunte Melodie des Fagotts, als sich der Besen aufmacht zum Wasserholen; bis hin zu den Wassermassen, die immer höher steigen, den Zauberlehrling an die Wand drücken, über seine Schultern reichen - und erst durch die Heimkehr des Zaubermeisters mit einem energischen Zauberspruch gebändigt werden können.

"Die Musik wird euch alles erzählen", versprach Michael Forster den jungen Zuhörern aller Schulformen, bevor zum Schluss das gesamte Werk von Paul Dukas erklang. Für die bessere Orientierung der Schüler wurde das Werk dabei mit kleinen Zeichentrickfilmen untermalt, an denen die Mädchen und Jungen nachvollziehen konnten, welche Stelle der Geschichte die Musiker mit ihren Instrumenten gerade erzählen.

"Mir hat das Konzert sehr gut gefallen, vor allem, dass alles mit Bildern noch einmal dargestellt war", sagt die zwölfjährige Laureen. Auch die junge Musikfreundin Emilia (12) ist vom Schulkonzert der Bergischen Symphoniker begeistert. "Man versucht ja immer, sich die Geschichte vorzustellen. Dass es so bildreich war, hat mir sehr gut gefallen."

Quelle: RP
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