| 00.00 Uhr

Solingen
Korkenziehertrasse ist ein Erfolgsmodell

Solingen: Korkenziehertrasse ist ein Erfolgsmodell
Beim 10. Trassenlauf gingen gestern über 1000 Teilnehmer in verschiedenen Disziplinen und über unterschiedliche Distanzen an den Start. FOTO: Kempner
Solingen. Die Veranstalter des 10. Trassen-Laufes freuten sich über mehr als 1000 Teilnehmer. Dabei ist der Freizeitweg längst mehr als nur Sportstrecke. Die Trasse gewinnt auch als Verkehrsachse an Bedeutung. Von Benjamin Dresen und Martin Oberpriller

Kim Armbrüster ist auch nach zehn Jahren Trassen-Lauf nicht müde geworden: "Wir machen so lange weiter, bis die Trasse beleuchtet ist." Und aus diesem Grund startete gestern am sportlich herausgeputzten Südparkgelände unterhalb der Eissporthalle bereits eine echte Jubiläumsauflage des Volkslaufes auf der ehemaligen innerstädtischen Bahnstrecke.

Vor zehn Jahren hatte die heute 26-jährige Kim Armbrüster den Benefizlauf initiiert, um Geld für die Beleuchtung der Korkenziehertrasse zu sammeln. "Am Anfang war unklar, ob es angenommen würde", erinnerte sie sich am Sonntag. Aber diese Frage ist inzwischen längst beantwortet. Denn mittlerweile erhellen 91 Lampen den insgesamt sechs Kilometer langen Weg vom Südpark bis zur Straße Apfelbaum in Wald - und damit mehr als die Hälfte der Strecke.

Ein Engagement, das vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) im Bergischen Land mit viel Sympathie begleitet wird - zumal die Verantwortlichen beim ADFC glauben, dass gut ausgebaute Fahrradwege wie eben die Korkenziehertrasse in Zukunft mehr und mehr Leute dazu animieren werden, im Alltag von vier auf zwei Räder umzusteigen.

"Der Fahrradverkehr wird auf jeden Fall in den kommenden Jahren in unserer Region weiter zunehmen", unterstrich dementsprechend der ADFC-Vorsitzende für Solingen und Wuppertal, Klaus Lang, am Wochenende. Er verwies in diesem Zusammenhang vor allem auf den Siegeszug der E-Bikes. Lang: "Durch diese Räder mit Elektromotor ist es möglich, auch große Steigungen bequem auf dem Rad zu überwinden."

Deshalb schwebt dem Rad-Club mittel- bis langfristig ein Anschluss Solingens an ein überregionales Netz von Radschnellwegen vor. "So gibt inzwischen beispielsweise Überlegungen, die Klingenstadt über moderne Radwege an den Großraum Düsseldorf anzuschließen", berichtete ADFC-Chef Lang, der darüber hinaus einmal mehr punktuelle Verbesserungen auch auf der Korkenziehertrasse selbst anmahnte.

Denn gerade der Umstand, dass die Trasse längst zu einem Erfolgsmodell geworden ist, sorgt dafür, dass Konflikte ebenfalls nicht ausbleiben - etwa dann, wenn sich Zweiradfahrer und andere Nutzer des Freizeitweges in die Quere kommen. "Dies könnte dadurch zumindest etwas entschärft werden, indem die Korkenziehertrasse, dort wo es möglich ist, verbreitert wird", sagte Klaus Lang, der aber gleichzeitig betonte, zumeist verhielten sich die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer untereinander durchaus rücksichtsvoll.

Gestern morgen stellte sich dieses Problem indes erst gar nicht, da die Trasse für die Zeit des Laufes einzig den Sportlern vorbehalten blieb. Den Start beim Trassen-Lauf machte dabei das sehr überschaubare Feld der der Inline-Skater, gefolgt vom beliebten Halbmarathon. Weitere Distanzen waren zudem die Läufe über fünf und zehn Kilometer, die Walking-Distanzen sowie der Schülerlauf über einen Kilometer sowie zum Abschluss der Firmenlauf über fünf Kilometer. Ein "besonderes Highlight", wie Kim Armbrüster betonte, sollte schließlich auch wieder der Bambinilauf über 500 Meter rund um die Güterhallen sein.

In diesem Jahr trugen wieder erneut als 1000 Läufer mit ihren Startgeldern dazu bei, das Projekt voranzutreiben. Pro Teilnehmer fließen zehn Euro Erlös in die Trassenbeleuchtung, rund 2500 Euro kostet eine Lampe. Wer nicht laufen konnte oder wollte, konnte einen Beitrag leisten mit dem Kauf der von Peter Franzen neugestalteten Lichtaktie. Das nächste Etappenziel ist Gräfrath in Höhe des historischen Ortskerns.

Vor dem Start dankte Oberbürgermeister Tim Kurzbach Initiatorin und Organisatorin Kim Armbrüster. "Ein herzliches Dankeschön für zehn Jahre Arbeit, Sie haben Solingen mitgestaltet. Wenn es den Miss-Zöpfchen-Lauf nicht gebe - wir müssen ihn heute erfinden", sagte Kurzbach.

An der Organisation beteiligen sich unter anderem die Familie Armbrüster, die Stadtverwaltung, der Solinger Sportbund, die Eishalle sowie mehrere Sportvereine. Während des Laufes war die Trasse als Teil des Bergischen Panorama-Radweges für Fahrräder gesperrt, ebenso wie die Wuppertaler Straße auf Höhe des Kunstmuseums.

Alle Ergebnisse gibt es unter www.runtiming.de.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Solingen: Korkenziehertrasse ist ein Erfolgsmodell


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.