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Serie 10 Jahre Regionale (3)
Kreatives Viertel mit eigenem Flair

Serie 10 Jahre Regionale (3): Kreatives Viertel mit eigenem Flair
Nicht nur für Hartmut Hoferichter ist der Südpark mit den Güterhallen ein Anziehungspunkt. "Das Gelände ist für die Stadt und zur Stadt geöffnet worden", sagt der Stadtdirektor. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Der Südpark hat sich zu einem Anziehungspunkt entwickelt. Künstler, Betriebe und Gastronomen sind vor Ort. Von Uwe Vetter

Vor 16 Jahren, im November 2000, schaute sich der heutige Stadtdirektor Hartmut Hoferichter zusammen mit seiner Frau das alte Hauptbahnhofgelände mit den ebenso unansehnlichen Güterhallen an, um sich auch hier ein Bild von der Stadt zu machen, in der er als Beigeordneter 2001 seine Arbeit aufnehmen sollte. Die "bretterartige Vertunnelung" des Bahnhofsgebäudes und auch der Taubendreck auf dem Weg zum Bahngleis sind Hoferichter im Gedächtnis geblieben. "Das alles war ein trostloser Eindruck. Man brauchte schon Phantasie, aus diesem Gelände etwas zu machen."

Doch schon sechs Jahre später erstrahlte das Gelände im neuen Glanz: Im alten Bahnhofsgebäude wurden das Forum Produktdesign und ein Institut der Bergischen Universität untergebracht, darüber hinaus gibt es einen Veranstaltungsteil, Gastronomie (Steinhaus Restaurant) und auch das Schneidwarenkontor hat hier seinen Standort. Gleich nebenan erstreckt sich das Museum Plagiarius, die Güterhallen mit den Ateliers der Künstler, weiter in Richtung des Startpunktes der Korkenziehertrasse wurde noch ein Bolzplatz angelegt.

Zudem haben sich auf den dortigen Gewerbeflächen die Lebenshilfe und einigen andere Firmen sowie die Praxisklinik angesiedelt. "Es ist im Südpark eine ganz gute Mischung entstanden", sagt Hoferichter mit Blick auf Künstler, Betriebe und Gastronomie sowie dem Forum Produktdesign.

Mittlerweile kümmern sich verschiedene Beteiligte auch in der Interessengemeinschaft "Wir im Südpark" um das Südpark-Viertel. Motto: Gemeinsam sind wir stark. "Es gibt in der Stadt kein vergleichbares Areal, das wirklich alle Solinger gleichsam abholt: Vom jugendlichen Chiller auf der Wiese zur kulturbegeisterten Seniorin bis hin zum Unternehmerstammtisch im Biergarten. Bei uns findet jeder Topf seinen passenden Deckel. Das ist schon etwas Besonderes", so Petra Krötzsch von der Interessengemeinschaft Südpark vor Jahresfrist im Gespräch mit unserer Redaktion - eine Einschätzung, die Hartmut Hoferichter nur teilen kann: "Das Konzept Südpark ist aufgegangen", sagt er, "das Gelände ist für die Stadt und zur Stadt geöffnet worden".

Damalige Vorstellungen, noch mehr Arbeitsplätze in den Südpark zu bekommen - einige Gewerbeflächen stehen immer noch zur Verfügung - haben sich bislang indes nicht eingestellt. Dennoch sieht der Stadtdirektor und Baudezernent mit dem Südpark heute "einen Vorzeigepunkt für Solingen". Was er vor 16 Jahren jedenfalls in keiner Weise war.

"Mit dazu beigetragen hat auch, dass nicht gleich das erste entwickelte Konzept für dieses Areal umgesetzt wurde. Es gab mehrere Alternativen, beispielsweise für das Forum-Gebäude", sagt Hartmut Hoferichter.

Hauptaugenmerk sei es heute, das Gelände in einem guten Zustand zu erhalten. "Der Südpark ist ein interessanter Anziehungspunkt mit gastronomischen Angeboten", so der Stadtdirektor. Restaurant Steinhaus, Café Stückgut, aber auch das Portugiesische Zentrum zählen hier dazu. "Der Südpark hat eigenes Flair" - Hoferichter hat dieses Regionale-Projekt deshalb zu seinem Lieblingsprojekt erkoren. Und hier auch seinen Lieblingsplatz gefunden: Auf der Empore des Steinhaus Restaurants genießt er den Rund-um-Blick aufs neu gestaltete schmucke Gelände, das vor 16 Jahren, als er es erstmals in Augenschein nahm, eher ein Schandfleck nahe der City war.

Und der Südpark soll jetzt noch weiter an die Innenstadt angebunden werden. Verknüpfungen zum Kieserling- beziehungsweise alten Omega-Gelände werden derzeit im Rahmen eines Ideenwettbewerbs von vier Planungsbüros erarbeitet. Ergebnisse sollen Mitte Dezember vorgelegt werden.

Quelle: RP
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