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Solingen
Kunst und Kultur am Morgen danach im Südpark und Gräfrath

Solingen. Ein wenig ruhiger, aber nicht minder spannend als die große Kulturnacht selbst, klang das Event am Sonntag mit dem Kulturmorgen aus. Vor allem im Zeichen der bildenden Künste standen die Aktionen - zahlreiche Ateliers hatten ihre Türen für Besucher geöffnet. Im Südpark lockte schwungvolle Musik ins Atelier "Behauptungen", wo das Chanson-Duo "Fräulein Odetta und Herr Goosmann" zur Eröffnung der Ausstellung "Hüte der 1920 bis 1950er Jahre" aufspielten. Mit "Sing mit mir, lach mit mir" oder "Benjamin, ich hab nichts anzuziehn" sorgten sie für die passende Stimmung zu den Hüten, die mal aus Stroh, mal mit Netz und in den unterschiedlichsten Farben in eine Zeit fast 100 Jahre zurück entführten. Von Sandra Grünwald

Bei Régis Noel gab es in der Wohnzimmerausstellung die Porträts bekannter und weniger bekannter Persönlichkeiten zu sehen. Funky ging es dagegen im Atelier "AndersArtig" zu, wo Orson G. Rich "Delicious Funky Breaks" spielte und die Bilder und Fotos von Elke Jacobs den Betrachter an den Strand von Borkum versetzten.

In Gräfrath zeigten die Künstler ganz offen Flagge. An zahlreichen Bäumen im historischen Ortskern hatten 19 Künstler vollkommen unterschiedlich gestaltete Fahnen aufgehängt. Natürlich so gepolstert, damit die Bäume nicht verletzt werden. Dabei hatten sie tatkräftige Unterstützung. "Ohne die Freiwillige Feuerwehr Gräfrath hätten wir das nicht geschafft", gibt Künstler Dirk Balke zu. Ulle Huth hat ihre Fahnen zweiseitig gestaltet. "Auf der einen Seite ist Gestrüpp, ausweglos", erklärt sie. Auf der zweiten Seite hat sie Schlagworte in Szene gesetzt wie Toleranz.

Bei André Peer hing der Himmel nicht voller Geigen, sondern voller unterschiedlicher Instrumente. Harfe, Saxophon und Klavier sind ebenfalls dabei. In der Galerie "Art Eck" konnten die Besucher den zweiten Kunst-Salon erleben. Bild an Bild wurde die kleine Galerie selbst zu einem Kunstwerk. "Zwei neue Künstler habe ich dabei", freute sich Dirk Balke, "Harald Klemm aus Köln und Anna K. Kleeberg aus Düsseldorf."

Und im Hinterhof zeigte Ela Schneider ihre weichen, fließenden Holzskulpturen. "Ich arbeite vorwiegend mit heimischen Obsthölzern", verrät sie. Pflaume ist ihr Lieblingsholz. Ela Schneider geht bei ihren Skulpturen prozesshaft vor. "Dabei kommen mir die Ideen." So wie bei einem Stück Stamm aus Birnenholz, der bereits stark verwittert war. Während der Arbeit nahm das Holz Form an und wurde schließlich zu einer fast lebensgroßen Skulptur mit dem Titel "Flucht".

Die Galerie Goldbarsch eröffnete eine Ausstellung der freien Goldschmiede- und Kunstdesigner-Gruppe düsselGold aus Düsseldorf und in vielen Hinterhöfen und Ateliers gab es Kunst zu bestaunen. Die 180 Fahnen werden die Bäume bis zum 30. April zieren. Dann werden sie offiziell versteigert.

Quelle: RP
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