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Solingen
Kunterbunte Oase der Begegnung

Solingen: Kunterbunte Oase der Begegnung
Malen mit Murmeln und andere Aktionen für Familien wurden beim Awo-Fest im Weegerhof geboten. Hier lassen Diana Schwandrau, Lea-Marie (10), Alexa (10), Marc (8) und Thomas Schwandrau eingefärbte Murmeln in einer Kiste über ein weißes Blatt Papier laufen. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Beim Awo-Familienfest im Weegerhof konnte selbst der Platzregen die gute Stimmung nicht vertreiben. Von Cyrill Stoletzky

Erst zeigte sich Petrus bedeckt, aber gnädig. Und so war schon eine halbe Stunde nach Eröffnung der Bär los auf dem Awo-Gelände im Weegerhof. Kinder hüpften in die Lüfte, bestiegen eine Kletterwand, fuhren Parcours, griffen zu Stift, Kleber und Schere, hatten Spaß am Schminken, am Malen mit Murmeln - und wer mochte, ließ sich von Thiam Gholipoor den eigenen Namen in arabischer Sprache auf einen Button stanzen. Unterhaltsam, spaßig, international - so sollte es sein beim Familienfest, das die Arbeiterwohlfahrt zum 45. Mal seit ihrer Gründung 1969 und zum dritten Mal mit allen sechs Kitas und den anderen Awo-Einrichtungen inklusive aller ehrenamtlichen Mitarbeiter ausrichtete. Doch dann wurde der Wettergott grimmig. Wolken zogen auf - und der Platzregen kam.

Miese Stimmung kam dennoch nicht auf. Denn was locker und cool begann, wurde einfach mit kulinarischem Schwerpunkt nach hastig erfolgtem Umzug vom Außenbereich in die Innenräume fortgesetzt, wo man sich bei Pommes, Würsten, Fladenbrot, tollem Salat und einer Kaffeetafel, die selbst das Hotel Sacher vor Neid hätte erblassen lassen, zum kulinarischen Happening niederließ - während der Regen aufs Wellblechdach prasselte. Trocken beisammen zu sitzen, während es draußen plästerte, hatte etwas Gemütliches. Jugendherbergsatmosphäre kam auf. Da wurde geschlemmt, geklatscht, geplaudert. "Aber wenn es weiter regnet, fällt der Rest des Programms buchstäblich ins Wasser", sagte Awo-Vorstandsmitglied Dirk Wiebenga, doch dem war nicht so. Schon bald klarte es auf, und die Kinder drängten nach draußen. Zwei witzige Tanznummern führten sie auf, gefolgt von einer superflotten Seniorentanzgruppe.

Schließlich kam Bernd der Clown - seine Spezialität waren urige Faltballons, die sich zum echten Renner entwickelten. Die Tombola war gut besucht, und auch der Ballonwettbewerb konnte stattfinden. Kinder, die alle Stationen mitgemacht hatten und dies auf einer Karte bestätigt bekamen, erhielten einen Preis. Auf eine weitere Karte schrieben sie Namen und Telefonnummer. Mit diesen Daten wurden die Ballons beschriftet und auf die Reise geschickt. Wer nun in den nächsten Tagen angerufen wird, gehört zu den drei Ballons, die am weitesten geflogen sind - und erhält einen weiteren Preis.

"Einer ist mal bis ins Sauerland geflogen", sagt Dirk Wiebenga, der sich freut, dass das Fest doch noch schön rund gelaufen ist - im letzten Drittel sogar mit leichtem Sonnenschein. Rund 400 Gäste - das ist top. Seit Monaten liefen die Vorbereitungen, und das Ergebnis verdankt sich des Gemeinschaftsengagements fester wie ehrenamtlicher Mitglieder, die das Fest unentgeltlich ins Rollen gebracht haben - von den Kitas und den Jugendverbänden über die Familienhilfe bis zum Seniorencafé. Es sollte ein Signal setzen für Gemeinschaft und Solidarität, aber auch den Kontakt zwischen Haupt- und Ehrenamt fördern.

"Dass es immer beliebter wurde", so Wiebenga, zeigt, "wie präsent die Awo heute ist." Was sich auch in der Flüchtlingsarbeit ausdrückt und in der Bereitschaft der Awo, auf vielen Ebenen ehrenamtlich zu helfen. Und so war dieses Fest, das am ersten Tag der bundesweiten Aktion "Für Menschen nach der Flucht - In Würde miteinander leben" stattfand, auch ein Fest der Begegnung - das Grenzen überwand.

Quelle: RP
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