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Solingen
Land bittet Stadt erneut um Aufnahme von Flüchtlingen

Solingen: Land bittet Stadt erneut um Aufnahme von Flüchtlingen
FOTO: skoe
Solingen. Die Halle Schwertstraße wird für die Ankunft weiterer Asylsuchender vorbereitet. Von Martin Oberpriller

Die letzten Neuankömmlinge waren gerade wenige Stunden in Solingen - da klingelte bei den Verantwortlichen im Rathaus gestern schon wieder das Telefon. Nachdem die Stadt erst in der Nacht zu Donnerstag 48 weitere Flüchtlinge in der Notunterkunft an der Zweigstraße in Höhscheid einquartiert hat, bittet das Land NRW nun erneut um Hilfe bei der Unterbringung von Asylsuchenden. Im Rahmen einer Notfallhilfe soll die Stadt Solingen noch einmal 120 Frauen, Männer und Kinder aufnehmen.

Ganz unvorbereitet traf die neue Anfrage das Rathaus indes nicht. Da die Zweigstraße mit 250 Menschen voll belegt ist, hatte sich die Stadt bereits am Mittwoch entschieden, weiteren Platz zu schaffen. In der Sporthalle des Gymnasiums Schwertstraße, die als Bleibe für die Neuankömmlinge dienen soll, wurde gestern auf 1000 Quadratmetern ein Holzboden verlegt.

Fotos: Eine Nacht in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft FOTO: Bernd Schaller

Wann die 120 zusätzlichen Flüchtlinge eintreffen, war gestern noch unklar. "Wir stehen aber bereit", sagte eine Stadtsprecherin, während Oberbürgermeister Norbert Feith einmal mehr um Verständnis bat: "In dieser Krisensituation müssen wir Entscheidungen treffen, mit denen vor Wochen nicht zu rechnen war". Die Belegung von Turnhallen könne aber nur vorübergehend sein. Und die die Stadt arbeite "mit Hochdruck daran, angemessene Unterkünfte zu schaffen". Am kommenden Mittwoch sollen Eltern und Schüler des Gymnasiums Schwertstraße sowie Anwohner bei einer Infoveranstaltung über das Notquartier unterrichtet werden.

Derweil fühlen sich die von der Notunterbringung von Flüchtlingen betroffenen Kommunen von Land und Bund im Stich gelassen. Der NRW-Städtetag forderte erneut mehr Geld sowie einen Ausbau der Erstaufnahmeeinrichtungen. Nach einer Vorstandssitzung des Städtetages zeigte sich OB Feith von NRW-Innenminister Ralf Jäger enttäuscht. Der Minister habe bei dem Treffen, an dem Jäger als Gast teilnahm, keine Garantie gegeben, dass das Land die notwendigen Mittel besorgen werde. Dies sei aber gerade für finanziell schwache Städte wie Solingen wichtig. Stärkungspaktkommunen bräuchten eine Sonderregelung, so Feith.

Fotos: Große Hilfsbereitschaft am Dortmunder Hauptbahnhof FOTO: dpa, mjh

Um Flüchtlinge, die bleiben dürfen, schnell in Arbeit zu bringen, vereinbarten die drei bergischen Großstädte sowie die Arbeitsagentur darüber hinaus eine enge Zusammenarbeit. Zwei Vermittlerinnen sollen sich zukünftig um die Flüchtlinge kümmern.

Quelle: RP
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