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Solingen
Land soll Lösung für A 3-Anschluss prüfen

Solingen: Land soll Lösung für A 3-Anschluss prüfen
Dauerbaustelle A 3: Das gilt nicht nur für die momentanen Sanierungen, sondern auch für die Solinger Diskussion um eine bessere Anbindung. FOTO: rm- (Archiv)
Solingen. Gibt es doch eine Chance, die Verbindung von der A 3 zur Viehbachtalstraße zu bauen ? CDU-Mann Jürgen Hardt will NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst bitten, ein solches Szenario noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Von Martin Oberpriller

Es ist ein Versuch, das scheinbar Unmögliche vielleicht doch noch möglich zu machen. Der bergische CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt plant einen weiteren Anlauf, mit dem neue Fahrt in die bereits seit Jahrzehnten tobende Diskussion um einen verbesserten Anschluss Solingens an die Autobahn A 3 gebracht werden könnte. So will der Christdemokrat jetzt einmal mehr an seinen Parteifreund, Landesverkehrsminister Hendrik Wüst, herantreten, um die Chancen für eine Realisierung des Projekts prüfen zu lassen.

"Entscheidend ist, in Erfahrung zu bringen, ob der Bau einer Verbindung vom Autobahnkreuz Langenfeld zur Viehbachtalstraße auch ohne die Berücksichtigung im Bundesverkehrswegeplan denkbar ist", umriss Jürgen Hardt in dieser Woche gegenüber unserer Redaktion die Zielsetzung seiner Initiative. Denn für den Parlamentarier steht - - im Gegensatz etwa zu den Grünen - nach wie vor außer Frage, dass Solingen dringend eine optimierte Anbindung an das Fernstraßennetz benötigt und die Maßnahmen an der alten Auffahrt in Wiescheid 2014/2015 nicht ausreichend gewesen sind.

Tatsächlich waren die Straßen B 229n und L 405, die seit vielen Jahren als vierspuriger Lückenschluss zwischen der A 3 sowie Ohligs vorgesehen sind, noch auf Betreiben der alten rot-grünen Landesregierung aus besagtem Bundesverkehrswegeplan gestrichen worden. Dort sind alle infrastrukturellen Baumaßnahmen aufgelistet, die in den nächsten Jahren bis ungefähr 2030 in Angriff genommen werden sollen.

Eine Grafik aus den 90ern mit der Trasse entlang der Bahn. FOTO: RP

Bei der bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK) wurde der Vorstoß Hardts gestern begrüßt. "Es muss geklärt werden, inwieweit Ausnahmeregelungen bestehen, die den Bau der Verbindung auch ohne Bundesverkehrswegeplan ermöglichen", sagte Thomas Wängler, Leiter des IHK-Bereichs Standortpolitik und Verkehr. Er betonte, die Mehrheit der Solinger Firmen befürworte nach wie vor eine "große Lösung" zur Bewältigung der bestehenden Probleme an der Zufahrt zur A 3.

Parallel forderte die IHK die politisch Verantwortlichen in der Klingenstadt auf, Einvernehmen über das weitere Vorgehen zu erzielen. Denn nur so könne dem Verlangen nach Veränderungen Nachdruck verliehen werden. Thomas Wängler: "Bislang war es ja so, dass die Frage des Autobahnanschlusses in Solingen selbst strittig war. Einigkeit wäre aber notwendig, um beispielsweise bei Gesprächen mit der Nachbarstadt Langenfeld Fortschritte zu machen."

Indes stehen die Chancen auf eine geschlossene Haltung der Politik eher schlecht. So verlangten die Grünen im Stadtrat zuletzt einmal mehr, der Regionalrat solle die betreffenden Straßenprojekte aus seinem eigenen, erst vor kurzem verabschiedeten Regionalplan ebenfalls wieder herausnehmen. Ein Antrag der Grünen scheiterte zwar. Dennoch sehen auch SPD und Linke die "große Lösung" zur A 3 kritisch. Was unter anderem dazu führt, dass die IHK schon froh ist, dass die mögliche Trasse an der Bahnstrecke Solingen-Köln bis auf Weiteres zumindest nicht überbaut werden darf.

Quelle: RP
 
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