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Landtagswahl Nrw

Gestern hatte Marina Dobbert, Kandidatin der SPD im Wahlkreis 34, neben den Terminen in ihrem Wahlkampfkalender, auch noch einen Einkaufszettel abzuarbeiten. Darauf stand eine neue Hose für ihren 14 Monate alten Enkel, dem die Großmutter versprochen hatte, im Matsch zu spielen. Dementsprechend musste eine "Matschhose" her - was kein Sinnbild sein soll für die Aufgaben, die sich Dobbert für den Fall vorgenommen hat, dass sie am 14. Mai in den Landtag einzieht. Statt politischer Schlammschlachten setzt die 59 Jahre alte Sozialdemokratin auf Sachthemen. Wobei der Arbeitsvermittlerin bei der Arbeitsagentur Solingen / Wuppertal vor allem drei große Bereiche besonders am Herzen liegen: Sport, Arbeit sowie Soziales.

Tatsächlich stehen die Chancen für Dobbert nicht schlecht, demnächst Teil des Parlaments zu sein. Denn unabhängig vom Ausgang der Direktwahl besetzt die SPD-Frau einen aussichtsreichen Listenplatz 21, so dass die sprichwörtliche Ochsentour, die Dobbert in den zurückliegenden Wochen bewältigt hat, wirklich in Düsseldorf enden könnte. Unter anderem absolvierte die Mutter zweier erwachsener Söhne zahlreiche Hausbesuche - bei denen Marina Dobbert nicht nur auf Anhänger der Sozialdemokratie stieß. "Trotzdem habe ich durchweg gute Erfahrungen gemacht", sagt die Direktkandidatin, der es darum geht, der Politik ein "Gesicht" zu geben. Der Kontakt zu den Menschen sei wichtig, betont Dobbert, die die Gesellschaft vor gewaltigen Herausforderungen sieht. Dabei ist es gerade ihr Spezialgebiet Arbeit, das viele neue Fragen aufwirft.

Stichwort Arbeit 4.0 - sollten sich die Prognosen von Experten bewahrheiten, fallen in Zukunft etliche Arbeitsplätze im Zuge der Digitalisierung weg. Was wiederum auch für Solingen Veränderungen mit sich bringen dürfte. Wie können Menschen in Zukunft beschäftigt werden ? Für Marina Dobbert ein Problem, das differenziert betrachtet werden sollte. Von einfachen Antworten hält die Sozialdemokratin jedenfalls nicht viel. So ist für sie ein bedingungsloses Grundeinkommen zunächst keine Lösung, da Arbeit aus Sicht von Dobbert weit mehr bedeutet als alleine Broterwerb. "Arbeit gehört zum Leben dazu". Marina Dobbert weiß, dass es darauf ankommt, alle Lebensbereiche sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Als ihre Söhne noch klein waren, arbeitete die Mutter, was für die Kinder indes kein Nachteil war. "Nach der Arbeit war ich ganz für meine Söhne da." Die Sozialdemokratin fürchtet nicht, nach einem Einzug in den Landtag kaum noch Zeit für den Enkel zu haben. Gelegenheit zum Spielen wird es auch nach dem 14. Mai geben. MARTIN OBERPRILLER

Quelle: RP
 
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