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Hoher Krankenstand
Lange Schlangen vor der Hauptpost in Solingen

Hoher Krankenstand: Lange Schlangen vor der Hauptpost in Solingen
Gestern Mittag drängelten sich bis zu 40 Kunden gleichzeitig in der Post/Postbank. Die Schlange reichte bis zum Vorraum. Es kam aber auch schon vor, dass Kunden bis auf die Straße standen. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Weil zurzeit viele Mitarbeiter krank sind, müssen Postbank- und Postkunden in der City seit Tagen lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Viele sind genervt. Die Postbank versichert, die Hauptstelle auf jeden Fall offen halten zu wollen. Von Martin Oberpriller

Wer augenblicklich an der Hauptpost in der Solinger City einen Brief aufgeben, ein Paket abholen oder aber bei der Postbank Geldgeschäfte erledigen will, der sollte vor allem eines mitbringen: Geduld. Denn schon seit einigen Tagen bilden sich in den Räumlichkeiten an der Birkerstraße regelmäßig lange Schlangen, die teils bis auf den Bürgersteig reichen.

Ein Umstand, der mehr und mehr an den Nerven der Kunden von Post sowie Postbank zehrt. "Der Service, der momentan geboten wird, ist einfach unterirdisch", sagte jetzt beispielsweise ein Mann, der kürzlich in seiner knapp bemessenen Mittagspause einfach mal kurz ein paar Briefmarken kaufen wollte - und am Ende unverrichteter Dinge wieder von dannen ziehen musste, weil er lediglich eine halbe Stunde Zeit hatte.

Bei der Postbank ist das Problem in der Solinger Hauptfiliale bekannt. "Wir kämpfen zurzeit mit einem personellen Engpass", sagte gestern ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage. So habe es zuletzt bei der Belegschaft eine Reihe von Krankheitsfällen gegeben. Und diese seien aktuell nicht in Gänze zu kompensieren.

"Es wurden zwar inzwischen einige Mitarbeiter aus anderen Filialbereichen nach Solingen abgestellt", versicherte der Postbank-Sprecher im Gespräch mit unserer Redaktion. Indes sind die Verantwortlichen derzeit schon froh, dass sie die größte Filiale der Stadt überhaupt öffnen können. Denn immerhin standen die Kunden an anderen Orten bereits vor verschlossenen Türen, da zu wenige Angestellte verfügbar waren.

Inwieweit ein solcher "Super-GAU" auch in Solingen droht, vermochte die Postbank am Dienstag nicht abschließend zu beantworten. "Unsere Personaleinsatzplaner versuchen mit allen Möglichkeiten, die aktuellen Engpässe durch geeignete Maßnahmen aufzufangen. Ziel ist es, eine temporäre Schließung der Filiale zu vermeiden", betonte der Unternehmenssprecher, der parallel darauf verwies, dass vor Ort nicht immer alle Mitarbeiter für die Kunden sichtbar seien. So würden sich einzelne Angestellte häufig im hinteren Raum der Schalterhalle befinden, wo unter anderem Pakete sowie Päckchen für die Post sortiert werden.

Tatsächlich gehört die ehemalige Solinger Hauptpost an der Ecke Birkerstraße / Kölner Straße am Südrand der Innenstadt zu jenen bundesweit rund 1000 Filialen, die die Postbank vor einigen Jahren von der Post AG übernommen hat - und in denen die Bank seither zusammen mit den eigenen Angeboten die Dienstleistungen der Post bereithält.

Was jedoch in den Augen vieler Kunden nicht als Begründung für die augenblicklichen Engpässe herhalten kann. "Es ist sogar schwierig, zu dem Geldautomaten der Postbank im Vorraum zu gelangen", klagte gestern eine Frau, nachdem sie sich am frühen Nachmittag durch die dort in Zweierreihen wartenden Menschenmassen durchgekämpft hatte. Wie andere Kunden fordert die Solingerin eine Aufstockung des Personals in der Filiale. "Zwei oder drei Mitarbeiter bei teilweise bis zu 40 Kunden gleichzeitig sind schlicht und ergreifend zu wenig", kritisierte die Frau.

Ob es allerdings möglich ist, in Kürze weitere Angestellte nach Solingen zu beordern, kann die Postbank nicht versprechen. Das Filialmanagement sowie die anderen Entscheidungsträger des Konzerns bemühten sich, dass die Zweigstellen "personell entsprechend ausgestattet sind. Und das gilt auch für unsere Solinger Filiale", sagte der Postbank-Sprecher, der sich "für die derzeit entstehenden längeren Wartezeiten" entschuldigte.

Quelle: RP
 
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