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Solingen
Leben in der WG
Solingen. Spar- und Bauverein, Bethanien und Stadt Solingen haben gestern einen Vertrag unterzeichnet für ein in Solingen einmaliges Wohnprojekt: Senioren leben in drei Wohngemeinschaften. Die Hälfte der Plätze sind noch frei. Von Annemarie Kister-Preuss

Das Projekt ist neu und bislang einmalig in Solingen: Senioren leben in Wohngemeinschaften mit eigenen Appartements und Gemeinschaftsräumen, die Betreuung übernimmt der Pflegedienst Bethanien, die Stadt Solingen unterstützt das Projekt und überwacht die Qualitätsstandards. Die Seniorenwohngemeinschaften sollen eine Alternative für jene alten Menschen sein, die nicht mehr in der eigenen Wohnung leben können oder wollen und dennoch keine stationäre Betreuung in einem Altenheim brauchen.

Gestern unterzeichneten Ulrich Bimberg vom Spar- und Bauverein, Sozialdezernent Robert Krumbein und Pastor Otto Imhof vom Diakonischen Werk Bethanien eine freiwillige Vereinbarung, die die Anforderungen an den Wohnraum und die Betreuung verbindlich festschreibt. Die städtische Heimaufsicht wird die Gemeinschaftseinrichtungen der Wohngemeinschaften regelmäßig kontrollieren, nicht allerdings die Appartements der Bewohner, wie Jürgen Albermann, der Leiter des Stadtdienstes Soziales, erläuterte.

45 Wohnungen vermietet

Das Neubauprojekt des Spar- und Bauvereins im Weegerhof umfasst neben den Wohngemeinschaften 45 Seniorenwohnungen, die bereits alle vermietet sind. In einem zweiten Bauabschnitt entstehen noch einmal 34 Wohnungen. "Das große Interesse hat uns selbst überrascht", sagt Ulrich Bimberg, Vorstandsvorsitzender des Spar- und Bauvereins.

Neuland betreten Bauverein, Stadt Solingen und Bethanien mit den Wohngemeinschaften, einem Angebot zwischen eigener Wohnung und Altenheim. Robert Krumbein spricht von einem "mutigen Schritt", den die Stadt nur unterstützen kann. Nicht nur, weil die Senioren-WG weitaus preiswerter ist, als ein Heimplatz, den kaum ein Senior selbst bezahlen kann. Der Pflegedienst von Bethanien war ebenfalls begeistert von dem neuen Konzept. "Der kirchliche und der gemeinnützige Träger harmonieren sehr gut", sagt Otto Imhof.

Bei der Stadt weiß man, dass neue Wohnformen für die immer älter werdende Gesellschaft immer wichtiger werden. "Wir werden auch andere Träger ansprechen", sagt Jürgen Albermann. Auch wer eine Alters-WG im privaten Rahmen plane, könne sich Unterstützung bei der Stadt holen.

Je nach Pflegebedürftigkeit zahlen Senioren für einen Heimplatz zwischen 2600 und 2800 Euro monatlich, die Kosten für einen Platz in der Senioren-Wohngemeinschaft liegen deutlich darunter, variieren je nach Inanspruchnahme der Leistungen des Pflegedienstes. Einige der neuen Bewohner im Weegerhof werden auch Demenzkranke sein. Wie sich das Zusammenleben gestaltet, muss die Zukunft zeigen.

Quelle: RP
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