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Ehrenamt In Den Gemeinden Walter Blasche
Leben mit, in und für die Gemeinde

Ehrenamt In Den Gemeinden Walter Blasche: Leben mit, in und für die Gemeinde
Walter Blasche ist gelernter Elektromeister und so legt er auch häufig bei Reparaturen selber Hand an. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. An die Gründung der katholischen Gemeinde St. Michael kann sich Walter Blasche noch gut erinnern. "Die ersten Messen fanden provisorisch in der Lützowstraße statt." Noch gab es kein Kirchengebäude. Als Kind erlebte Walter Blasche die Grundsteinlegung, dann den Bau der roten Backsteinkirche mit. Von Sandra Grünwald

"Ich ging zur ersten heiligen Kommunion", erzählt er, "damals stand der Turm noch nicht." Inzwischen ist die Gemeinde St. Michael sechzig Jahre alt und Walter Blasche längst im Ruhestand. "Nun habe ich mehr Zeit und habe mir überlegt, mich zu engagieren." Da er schon einmal für einige Zeit im Kirchenvorstand tätig war - da allerdings war er für die Sicherheit zuständig - beschloss er, sich wieder für ein Amt als Kirchenvorstand zur Verfügung zu stellen. "Damals war das nicht so aufwändig", sagt er, "da habe ich mal reingeschnuppert." Als gelernter Elektromeister kennt er sich gut mit handwerklichen Fragen aus. "Ich habe bauliche Kompetenz", sagt der 69-Jährige.

Mittlerweile werden sämtliche baulichen Angelegenheiten der Gemeinde an ihn herangetragen. So vergibt er Aufträge, berät und legt auch schon mal selbst Hand an. "Früher hat sich um all das der Pfarrer gekümmert, der vor Ort war", erklärt Walter Blasche. Doch längst sind die Zeiten vorbei, in welchen ein Pfarrer nur für eine einzige Gemeinde zuständig war. Heute ist er mit den seelsorgerischen Tätigkeiten so ausgelastet, dass viele seiner ursprünglichen Aufgaben den Ehrenamtlichen überlassen bleiben. "Ich bin immer präsent", sagt Blasche.

Da er in der Nähe der Kirche wohnt, schaut er oft im Pfarrbüro vorbei, leitet Informationen weiter und kümmert sich auch um das von der Gemeinde vermietete Gebäude. "Da hatten wir vor kurzem einen Rohrbruch", berichtet er. Der erste, der in einem solchen Fall gerufen wird, ist Walter Blasche. Genauso, wenn die Dachrinne überläuft oder mit den neuen Fahnenmasten etwas schiefläuft. "Die Leute brauchen einen Ansprechpartner." Und Walter Blasche kann ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Außerdem hat er es übernommen, die sonntägliche Kollekte zur Bank zu bringen. "Ich bin nicht mehr berufstätig und habe tagsüber Zeit, wenn die Bank geöffnet hat."

Der 69-Jährige engagiert sich gerne für die Gemeinde, deren Gründung er selbst miterleben durfte. "Ich möchte, dass für die Menschen, die damals die Idee hatten, St. Michael zu gründen, die Gemeinde erhalten bleibt." Vor allem in einer Zeit, in der für viele Menschen Religion nicht mehr von Bedeutung sei, möchte Walter Blasche die Tradition pflegen. "Mir ist wichtig, dass auch das Christentum erhalten bleibt", betont er. So versucht er, auch seinen Kindern und Enkelkindern den Glauben nah zu bringen und von seinen eigenen Erfahrungen und Erlebnissen mit und in St. Michael zu erzählen. "Ich bemühe mich, die Jugend zu fördern." Denn wie viele Einrichtungen haben auch die Kirchen Nachwuchsprobleme. Doch Walter Blasche ist zuversichtlich. "Wir haben Gottvertrauen und hoffen, dass wieder bessere Zeiten kommen."

Quelle: RP
 
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