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Solingen
Lebensfreude überträgt sich aufs Publikum

Dürpelfest in Solingen 2016
Dürpelfest in Solingen 2016 FOTO: K�hlen, Stephan
Solingen. Auf der Bühne "Im Süden von Ohligs" finden alle Musiker und Sänger kaum genug Platz. Die Trommelgruppe hat sich sogar auf die Treppe gesetzt. Und schon geht es los mit einem albanischen Lied, einer gefühlvollen Ballade, die nicht nur die extra zur Show gekommenen Zuschauer in den Bann zieht, sondern auch andere Dürpelfest-Besucher zum Stehenbleiben und Zuhören bewegt.

Auf der Bühne stehen einige der inzwischen rund 30 Mitglieder des Projektes "We perform" - jugendliche Flüchtlinge, Künstler, Sänger und Musiker unterschiedlichster Nationen, die mit Solinger Jugendlichen und Künstlern, wie Projektleiter Jürgen Beu und dem musikalischen Leiter Tom Daun, ein Musical entwickeln. "Wir haben Leute aus Syrien, Afghanistan oder Albanien mit dabei", erzählt Gloria Göllmann, die die Gruppe gesanglich und textlich anleitet. "Jeder hat etwas mitgebracht, was er gerne singt."

Gloria Göllmann bemüht sich, die Texte ins Deutsche zu übersetzen. Nicht immer ganz einfach, aber manche Texte gibt es bereits auf Englisch, da ist die Übersetzung nicht mehr schwierig. "Außerdem versuchen die Leute, mir zu erklären, um was es in dem Lied geht." Auch das sei nicht immer ganz einfach, denn einige der Flüchtlinge sprechen noch kein Deutsch und nur bedingt Englisch. Aber irgendwie kann immer einer helfen, und mit vereinten Kräften lassen sich die sprachlichen Barrieren überwinden. "Um Liebe, Sehnsucht und Heimat geht es überwiegend in den Texten", weiß Gloria Göllmann. Es gehe um Gefühle, die jeder Mensch auf der ganzen Welt kennt, und die alle Menschen miteinander verbinden - genau wie die Musik. Das wird sofort deutlich, wenn junge wie gestandene Musiker und Sänger miteinander performen. Ihre Freude überträgt sich schnell auf das Publikum, ihr Rhythmus bringt die Menschen zum Tanzen.

Seit Februar trifft sich "We perform" - ein Projekt, bei dem rund 30 Mitglieder unterschiedlicher Herkunft ein Musical entwickeln. FOTO: Köhlen, Stephan (TEPH)

Seit Februar trifft sich "We perform". Jetzt wollen sie in Sommer- und Herbst-Workshops noch einmal richtig Gas geben, damit das Musical rechtzeitig fertig wird, denn es soll im Januar im Theater aufgeführt werden. Der Auftritt auf der vom "City Art Projekt" bespielten Bühne auf dem Dürpel kommt nicht von Ungefähr. "Wir haben dieses Projekt von Anfang an unterstützt", betont Timm Kronenberg. "Und wir bieten ihnen, so oft es geht, auch eine Plattform." Das sei gut für die Motivation. Die Rechnung geht auf, wie die Begeisterung bei Musikern, Sängern und Publikum zeigt. Den nächsten Auftritt hat "We perform" im Übrigen am 10. September auf dem Zöppkesmarkt.

(sue)
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