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Solingen
Lehrergewerkschaft fordert kleinere Klassen

Solingen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) schlägt Alarm. Nach Ansicht der GEW werden in den Solinger Grundschulen zu viele Kinder pro Klasse unterrichtet. Das sagte jetzt ein Sprecher der Lehrergewerkschaft in der Klingenstadt unter Bezugnahme auf einen Bericht des Statistischen Landesamtes. Demnach, so die GEW, nehme Solingen mit durchschnittlich 24,3 Schülern pro Klasse gemeinsam mit Essen und Düsseldorf zurzeit einen "traurigen Spitzenplatz" in NRW ein. Von Martin Oberpriller

Laut Gewerkschaft ist dieser Wert entschieden zu hoch. Die GEW fordert aus diesem Grund für die Grundschulklassen in der Klingenstadt eine Klassengröße von maximal 24 Kindern. Mitverantwortlich für die vielen Mädchen und Jungen pro Klasse ist für die Gewerkschaftler unter anderem das Konzept der Inklusion. So würden in Solingen 60,8 Prozent aller Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf inzwischen an Grundschulen unterrichtet. Das sei landesweit der höchste Wert und bedeute eine besondere Belastung für die Lehrer. "Hier werden Lehrkräfte auf Dauer verheizt", hieß es vonseiten der GEW, die deshalb die Größe des inklusiven, also gemeinsamen Unterrichts, beschränken will. In den Klassen dürften maximal 20 Mädchen und Jungen sitzen, von denen höchstens fünf Schüler einen sonderpädagogischen Förderbedarf haben sollten, verlangte die Gewerkschaft.

Die Inklusion war derweil auch Thema bei einem Treffen des Vorstandes der Stadtschulpflegschaft mit Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) sowie Schuldezernentin Dagmar Becker (Grüne) vergangene Woche. Die Schulpflegschaft, in der alle Schulformen vertreten sind, hatte um dieses Gespräch gebeten. Unter anderem ging um Differenzen bezüglich einer regelmäßigen Präsenz der Eltern im Schulausschuss. Darüber hinaus wurde über den Investitionsstau an Schulen, Gelder vom Land, die Größe der Lehrerkollegien sowie die aktuellen Anmeldezahlen für die Solinger Schulen diskutiert.

"Es war ein offenes und konstruktives Miteinander", resümierte Wolfgang Sinkwitz, Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft, nach dem Treffen. Er sei zuversichtlich, dass so eine gute Basis für die Zukunft geschaffen sei, sagte Sinkwitz.

Quelle: RP
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