| 00.00 Uhr

Solingen
Lehrerverband VBE: Flexi-Schule darf kein Wahlversprechen sein

Solingen. Die jetzt von NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann in die Diskussion gebrachte Flexi-Schule nach dem Grundsatz "Jedem Kind seine eigene Lernzeit" trifft beim Lehrerverband Bildung und Erziehung (VBE) auf offene Türen. "Sie zeigt hier den Weg auf, den wir schon seit Jahren anmahnen: Einen kompletten Umbau unseres Schulsystems, das auf vielen Ebenen völlig veraltet ist", erklärte der Solinger VBE-Vorsitzende Jens Merten. Der Vorschlag bedeute letztendlich eine grundlegende Veränderung zu einer Schule für alle Kinder von Klasse eins bis zum Ende der Sekundarstufe II. "Anders wird sich die Inklusion niemals umsetzen lassen. Das System Schule endlich von Grund auf neu denken zu dürfen, birgt immense Chancen in sich."

Nach Mertens Worten lässt sich eine Schulreform jedoch nur mit Weitsicht und einem an der Praxis orientierten Grundkonzept umsetzen. "Wir brauchen also keine Wahlkampfversprechen mit Phantasiezielen und auch keinen blinden Aktionismus, sondern eine Unterfütterung mit einem klaren Konzept zur personellen, sächlichen und räumlichen Ausstattung von Schule." Der Solinger VBE warnt kritisch: "Eine Reform darf nicht erneut - wie zum Beispiel die Inklusion - auf dem Rücken der Lehrer und Kinder ausgetragen werden." Individualisierung und Differenzierung würden heute doch meist an Personalmangel und vorgegebenen Raumkonzepten scheitern.

(tws)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Solingen: Lehrerverband VBE: Flexi-Schule darf kein Wahlversprechen sein


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.