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Solingen
Lehrerverband will Eltern-Haltestellen vor Schulen

Solingen. Durch gesonderte Aus- und Einstiegszonen nahe von Schulen soll die Gefahr durch "Eltern-Taxis" gebannt werden. Von Martin Oberpriller

In den augenblicklichen Herbstferien ruht das Problem zwar, doch aus der Welt ist es damit nicht. Wenn in der übernächsten Woche der Unterricht wieder beginnt, wird sich an den Solinger Schulen erneut ein vertrautes Bild zeigen. Aus Angst, ihren Töchtern und Söhnen könnte auf dem Weg zur Schule im Straßenverkehr etwas zustoßen, fahren auch in der Klingenstadt tausende Mütter und Väter ihre Kinder mit dem Auto praktisch auf die Schulbank - und sorgen so jeden Morgen vor den Schulen für gefährliche Situationen.

Ein Zustand, den der Verband Bildung und Erziehung (VBE) in Solingen nicht länger hinnehmen will. Aus diesem Grund geht der Verband nun in die Offensive. Möglicht schnell, so der Plan, sollen in der Nähe aller Solinger Schulen sogenannte Eltern-Haltestellen entstehen, in denen das Aus- und Einsteigen aus den Fahrzeugen nicht länger ein Risiko-Spiel ist. "Eine vergleichbare Haltestelle existiert bereits seit einiger Zeit an der Grundschule Weyer", sagte gestern der Solinger VBE-Vorsitzende Jens Merten.

Und dort hat man bereits sehr gute Erfahrungen mit dem gesonderten Bereich für "Elterntaxis" gemacht. Der Clou: Fernab der Schulen werden Bereiche ausgeschildert, an denen das kurzzeitige Anhalten erlaubt ist, so dass der Eltern-Verkehr morgens und mittags abseits der zu Fuß zum Unterricht kommenden Kinder ablaufen kann.

Bei den Verantwortlichen im Solinger Rathaus begrüßt man den Vorstoß. "Wir werden die Initiative des VBE unterstützen, wo wir nur können", sagte Udo Depping, Leiter des Stadtdienstes Schule, auf Anfrage unserer Redaktion. Denn auch die Stadt sehe die Gefahr, die durch das Aus- und Einsteigen direkt vor den Schulen entstehe.

Tatsächlich drängt nach dem Dafürhalten aller Beteiligten die Zeit, und eine Lösung muss schnell her - nicht allein an den Grundschulen. In den zurückliegenden Wochen fragte der Verband Bildung und Erziehung die augenblickliche Lage vor sämtlichen Solinger Schulen ab - mit teilweise erschreckenden Resultaten.

"Selbst die Berufskollegs berichteten von unhaltbaren Zuständen vor ihren Eingängen", fasste VBE-Vorsitzender Merten jetzt noch einmal die Ergebnisse der Umfrage zusammen. Aus diesem Grund wollen er und seine Mitstreiter nun auch keine unnötige Zeit mehr verlieren. "Wenn alles gut läuft, könnten wir vielleicht schon in einem halben Jahr die Eltern-Haltestellen flächendeckend in der Stadt haben", wagte Jens Merten, selbst Lehrer an der Grundschule Westersburg, gestern eine vorsichtige Prognose.

Die ersten Schritte hin zu mehr Sicherheit vor Schulen sind jedenfalls inzwischen gegangen. So vermittelte die Stadt Solingen dem VBE zuletzt die entscheidenden Ansprechpartner bei dem für die Verkehrssicherheit zuständigen Kommissariat der Polizei.

Quelle: RP
 
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