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Solingen
Lichtspiele verzaubern Gräfrath

Solingen: Lichtspiele verzaubern Gräfrath
Ein gut gefüllter Marktplatz im Zentrum von Gräfrath bildete am Freitagabend den würdigen Rahmen für den Lichterzauber, der unter anderem auch mit Musik begeisterte. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Mit offenen Galerien, Kirchen sowie Museen lockte der sechste Lichterzauber Freitagabend Tausende in das Herz des Stadtteils. Von Alexander Riedel

Ein bläulicher Lichtschein am Ende des dunklen Ganges wies den nächtlichen Besuchern den Weg durch das Museum. Leises Gemurmel und vorsichtige Schritte auf dem harten Boden hallten durch das Gewölbe, während das fahle Licht der Taschenlampen an den ausgestellten Messern und Schwertern vorbeihuschte. "Ob da jetzt irgendeins fehlt?", flüsterte ein Mann mit unheilschwangerem Unterton. Doch was wie eine Szene aus einem Kriminalfilm anmutete, war in Wahrheit nur der effektvolle Beitrag des Deutschen Klingenmuseums zur sechsten Auflage des Gräfrather Lichterzaubers.

Der eröffnete am Freitagabend die Saison der beliebten Lichterfeste in der Klingenstadt - und setzte, passend zum romantischen Ambiente im historischen Stadtkern, eher auf leise Töne und eine dezente Beleuchtung als auf bombastisches Spektakel. "Solche Veranstaltungen könnte es von mir aus noch öfter geben", sagte Henry Minkus, der mit seinen beiden Kindern zunächst den Gang durch das gespenstisch wirkende Klingenmuseum antrat. "Hier war ich ja tagsüber schon drin, dann ist es auch interessant", betonte der Solinger, "aber ich wollte es einmal auf diese Weise erleben". Vor allem für Schattenspiele eigneten sich die matt ausgeleuchteten Wände bestens.

Begeistert war Minkus aber auch vom Programm auf dem Marktplatz: "Da herrscht eben Volksfeststimmung." Der Weg vieler Gäste führte vom Klingenmuseum zunächst zur prall gefüllten katholischen Kirche St. Mariä Himmelfahrt, in der Organist Michael Schruff mit Film- und Musical-Ohrwürmern aufwartete. Auf dem Vorplatz genossen viele Besucher bei einem Gläschen Wein oder Bier den Blick hinunter auf den belebten Marktplatz. Einmal mehr zierten Lichttüten die lange Klostertreppe, an deren Fuß Musiker wie Erwin Paech oder die Gruppe TomAndSara den ganzen Abend hindurch für eine beschwingte Atmosphäre sorgten. Jazzklänge gab es in der evangelischen Kirche von Saxofonist Marius Trapp zu hören.

Die Verknüpfung von Musik und Live-Kunst stellten zu vorgerückter Stunde die Künstler Philipp Rau und ShiBuka her, die zu elektronischen Klängen Bilder entstehen ließen. Auch in den Biergärten der Restaurants und in den offenen Ateliers rund um den mit Blumen geschmückten Brunnen tummelten sich etliche Besucher. Dort war das Thema Licht natürlich ebenfalls überall präsent - so beispielsweise im Hof der Bildhauer Christina Koester und Gerhard Lauster, in dem die Gäste unter einer Girlande aus beleuchteten Würfeln hindurchgingen. Ulrich Staudenmaier präsentierte in dem Hof seine Foto-Projektion "Feuer und Eis".

Und nicht nur Kunstwerke zum Bestaunen, sondern auch zum Mitnehmen hatte der Gräfrather Lichterzauber zu bieten: Rasch ausverkauft waren die LED-beleuchteten Gläser, die Florijan Denic mit der auf Papier gebannten Silhouette des Stadtteils versehen hatte. Es soll aber noch weitere Exemplare geben.

Quelle: RP
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