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Solingen
"Lieber Schlaglöcher als Funklöcher"

Solingen. FDP-Bundesvorsitzender Christian Lindner sprach vor den Mitgliedern von Haus & Grund Solingen.

Die Tagesordnung der Jahreshauptversammlung von Haus & Grund Solingen war kurz, und der Vorsitzende Dr. Hans Reinold Horst konnte nicht schnell genug die Punkte abwickeln. So waren die Grußworte von Sparkassendirektor Manfred Kartenberg und Stadtdirektor Hartmut Hoferichter kurz und bündig gehalten, die Berichte und Vorträge von Kassenprüfern und Schatzmeister von den Mitgliedern schnell akzeptiert. Und jene Vorstandsmitglieder, die zur Wahl standen, wurden flott und einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Für den anschließenden Vortrag hatte der Solinger Haus & Grund-Vorsitzende den Bundesvorsitzenden der FDP, Christian Lindner, gewinnen können. Lindner ist auch Chef der FDP-Fraktion im Düsseldorfer Landtag. Und der Vortrag des 37-jährigen Politikers aus dem Bergischen Land lockte dermaßen viele Interessenten an, dass der Versammlungsraum der Stadt Sparkasse am Freitagabend aus allen Nähten platzte. "Deutschland braucht ein Update" war der Titel seines Vortrags, und wie dringend nötig aus seiner Sicht Verbesserungen und Änderungen in der Bundesrepublik sind, machte Lindner in geschliffenem Stil an fünf markanten Punkten fest.

Allein das Wort "Grundsteuer" löste einige Seufzer bei den Grundstücks- und Immobilienbesitzern aus. Besonders scharf setzte sich Lindner in seinem Vortrag auch mit dem Gesetz über erneuerbare Energien auseinander. "Inzwischen rechnen sich die privaten Solaranlagen, die Förderung sollte lieber in die dringend notwendige Sanierung von Schulen und anderen Gebäuden eingebracht werden."

Das gilt auch für die bereits heftig diskutierte Kaufprämie für Elektroautos, die von Lindner ausdrücklich abgelehnt wird, genauso wie die von der Bundesregierung geplante Erbschaftssteuer: "Das ist eine Gefahr für die deutsche Wirtschaft", sagte Lindner

Natürlich war für die Mitglieder des Haus- und Grundeigentümervereins auch Lindners Meinung zur 2015 in NRW eingeführten Mietpreisbremse von Interesse. "Die führt am Ende contra-produktiv zu weniger Wohnungen, weil Investoren vorsichtiger sind. Ich bin davon überzeugt, dass die Marktwirtschaft das alleine sozial regeln kann, wenn man sie einfach wirken lässt", sagte Lindner.

Ein Problem für Deutschland ist für Lindner auch die mangelnde Breitbandausstattung für den Internetzugang. "Die Telekom setzt mit Kupferkabeln auf das falsche Pferd, wir brauchen für schnelle und hohe Datenübertragung Glasfaserkabel. Ich akzeptiere eher Schlaglöcher als Funklöcher", betonte der FDP-Politikers.

Christian Lindner beantwortete am Ende seines kurzweiligen Vortrags noch Fragen aus dem Publikum und diskutierte ebenso bei einem anschließenden Imbiss mit den Besuchern.

(wgü)
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