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Solingen
Lutherkirche ist wieder dicht

Solingen. Erfolgreiche Sanierungsarbeiten gegen durchdringendes Wasser. Von Sandra Grünwald

Begonnen hat alles vor über drei Jahren, als der erste Bauabschnitt gestartet wurde, um das Lutherkirchengebäude zu erhalten. In erster Linie galt es, die Bausünden, die beim Bau der Lutherkirche von 1899 bis 1901 begangen wurden, zu beheben, denn die Mauern waren undicht.

"Nach einer 14-tägigen Regenphase tropfte es im Innenraum", erklärt Baukirchmeister Ralph Ebner. Bisher hatte man immer nur versucht, durch neues Verfugen Schlimmeres zu vermeiden. "Wir können nun sagen, dass wir erstmals die Schäden nachhaltig beseitigt haben", freut sich Ebner.

Die Eingangsseite sowie die Seite zur Lutherstraße hin wurden in Bauabschnitt eins abgedichtet. Der Turm wurde dann in Bauabschnitt zwei saniert. Durch einige Unwägbarkeiten und die unerwartet massiven Schäden am Turm, die erst während des Sanierens entdeckt wurden, zog sich der zweite Bauabschnitt weit länger hin, als geplant. Doch nun ist auch dieser Abschnitt abgeschlossen. In einem dritten Bauabschnitt sollen nun die wetterabgewandten Seiten - Nordseite und Hofseite - der Lutherkirche ebenfalls überholt werden. Außerdem stehen Renovierungsarbeiten im Innenraum an, wie das Beseitigen von Flecken und Wasserschäden.

"Wir wollen auch den Innenraum der Kirche schön gestalten", sagt Hansjörg Schweikhart vom Lutherkirchen-Bauverein. Denn die Kirche soll nicht nur sonntags genutzt werden. "Sie ist eine der schönsten Konzerthallen Solingens und ein toller Versammlungsort", betont Ebner. So wird über ein neues Bestuhlungskonzept nachgedacht.

Doch bevor der dritte Bauabschnitt begonnen werden kann, müssen zuerst die bei Land und Bund beantragten Zuschüsse bewilligt werden. Und da genau liegt der Hase im Pfeffer, denn zum einen hat das Land kaum Mittel für den Erhalt von Baudenkmälern zur Verfügung und zum anderen gestaltet es sich eher "schwierig, für Ästhetik und Kunst Zuschüsse zu bekommen", wie Ebner erklärt. Für 2017 wurden die Anträge bereits negativ beschieden. "Man hat mir gesagt, dass vielleicht 2018 etwas geht", erzählt Schweikhart hoffnungsvoll. Doch bevor nicht die Zuschüsse bewilligt sind, können die Bauarbeiten nicht beginnen.

"Wenn wir jetzt anfangen, müssen wir alles aus Eigenmitteln finanzieren", erklärt Schweikhart. Und dieser Brocken ist für den Lutherkirchen-Bauverein nicht zu stemmen. Denn auch der dritte Bauabschnitt wird - wie seine beiden Vorgänger - rund 450.000 Euro kosten. Knapp eine Million Euro wurde bereits in die Lutherkirche investiert - 70 Prozent wurde durch Spenden und Mieteinnahmen finanziert.

Der Lutherkirchen-Bauverein hofft weiterhin auf große und kleine Spenden aus der Bevölkerung. Eine große Spende - bis 100.000 Euro - kann nun dafür genutzt werden, um das Vestibül, den Eingang der Kirche umzugestalten. Wann es dann mit Bauabschnitt drei losgehen kann, ist bisher noch ungewiss.

Quelle: RP
 
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