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Solingen
Lutherkirche macht sich fit für die Zukunft

Solingen: Lutherkirche macht sich fit für die Zukunft
Hansjörg Schweikhart (M.) - hier zusammen mit Küster Ralph Schreier und Jörg Gebel - ist Vorsitzender des Bauvereins der Lutherkirche. FOTO: mak (Archiv)
Solingen. Die dringlichsten Probleme sind schon einmal behoben: "Die Lutherkirche trocknet langsam von innen", sagt Hansjörg Schweikhart, Vorsitzender in Bauverein und Denkmalstiftung, die sich für den Erhalt der 1901 erbauten Kirche einsetzen. Von Alexander Riedel

Auf den vom Wetter stark betroffenen Gebäudeseiten halten inzwischen kleine Kupferrinnen das Regenwasser ab. Zuvor hatten die schräg nach innen verlaufenden Mauerwerksfugen immer wieder für massive Feuchtigkeit im Inneren des Bauwerks gesorgt. Auch die großen Rosetten sind saniert - und zeigen ein neues Antlitz: Denn im Zuge der Baumaßnahme entfernten die Arbeiter die in den 60er Jahren angebrachten Scheiben. Ein kaum sichtbarer Stahlvorhang verhindert nun das Eindringen von Regenwasser.

Rund eine Million Euro haben diese Arbeiten insgesamt bislang gekostet - 200.000 davon kamen vom Fonds für Kunst und Kultur des Bundes. Um öffentliche Fördermittel bemüht sich der Bauverein auch für den dritten Sanierungsabschnitt, der voraussichtlich Anfang 2018 starten wird. Dann werden noch einmal 450.000 Euro benötigt, um auch die vom Wetter nicht beeinträchtigten Gebäudeseiten wieder in Schuss zu bringen. "Die Kostenvoranschläge liegen vor", sagt Schweikhart. "Nun warten wir auf grünes Licht von der Landesregierung für entsprechende Fördermittel." Doch mit der einmaligen intensiven Baumaßnahme wird es nicht getan sein, um das Baudenkmal langfristig zu erhalten: Der jährliche Finanzbedarf, um das 2011 von der Schließung bedrohte Gotteshaus zu pflegen und kleinere Schäden zu beheben, liegt zwischen 60.000 und 75.000 Euro. Zahlreiche Spender aus der Bevölkerung glätteten in den letzten Jahren die Sorgenfalten bei den Mitgliedern des Bauvereins: "Die Spendenbereitschaft ist sehr groß", freut sich Schweikhart. Die Beträge lägen dabei zwischen fünf Euro monatlich und 1000 Euro pro Jahr.

Bekannt ist das Gotteshaus aber auch durch zahlreiche Kulturveranstaltungen, deren Erlöse ebenfalls zum Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes beitragen. "Künftig wollen wir in dieser Hinsicht aktiver werden und nicht warten, bis sich jemand meldet", kündigt Schweikhart an. Das Ziel sei es, in Zukunft mindestens einmal im Monat eine agenturvermittelte Veranstaltung in der Kirche anzubieten. Zu den prominenten Gästen im nächsten Jahr gehören neben Wolf Codera auch Klarinettist Giora Feidmann, der Chor "The Gregorian Voices", "Marshall & Alexander" und Sängerin Angelika Milster. Jede Veranstaltung soll noch einmal jeweils 1000 Euro in die Kasse spülen.

Neben der reinen Instandhaltung der Bausubstanz beschäftigt den Verein auch das ästhetische Erscheinungsbild der markanten Kirche: Der rostrote Anstrich in Teilen des Innenraums soll wieder dem ursprünglichen Farbton weichen.

Und für ein anderes "Leuchtturmprojekt" suchen die Freunde der Lutherkirche noch einen Mäzen: Die Glocken sollen in Zukunft nachts angestrahlt und durch das offene Fenster weithin sichtbar werden.

Quelle: RP
 
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