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Solingen
Malerei zwischen Trash und Kosmos

Solingen: Malerei zwischen Trash und Kosmos
Ulrike Arnold vor Säckchen mit Erden und Steinen, aus denen sie ihre Farbpigmente gewinnt. Im Hintergrund eines ihrer sieben Meter hohen Bilder, die im Museum zu sehen sind. FOTO: martin Kempner
Solingen. Bis zum 24. April zeigt das Solinger Kunstmuseum Bilder der Künstlerinnen Ulrike Arnold und Kirsten Lampert. Wesentliche Grundlage für die Entstehung der Bildwelten ist das Reisen. Von Michael Tesch

Das Konzept hat sich bewährt und so freut sich Gisela Elbracht-Iglhaut, morgen um 11.30 Uhr im Kunstmuseum eine weitere Ausstellung mit der Gegenüberstellung zweier künstlerischer Positionen eröffnen zu können. "Auch Ulrike Arnold und Kirsten Lampert haben unterschiedliche Bildsprachen, aber auch diesmal gibt es eine gemeinsame Klammer", erzählt die stellvertretende Direktorin des Museums. Zudem würden beide Künstlerinnen einen Bezug zum Haus und zur Region aufweisen: Werke von Arnold und Lampert waren bereits in Bergischen Kunstausstellungen zu sehen. Lampert erhielt 2003 sogar den Bergischen Kunstpreis.

Doch wie sieht die Klammer aus, die beide so unterschiedliche Künstlerinnen miteinander verbindet? Es ist das Reisen. "Für beide ist das Reisen eine wesentliche Grundlage für die Entstehung ihrer gegensätzlichen Bildwelten", erzählt Elbracht-Iglhaut. Doch während Arnold ihre Werke auf ihren Reisen über alle Kontinente vor Ort erschafft, sammelt Lampert auf ihren Touren Bilder, Karten, Fotos, Objekte, deren Motive sie dann im Atelier in Düsseldorf zu collagenartigen Malereien verdichtet. In einer Kombination von Alt und Neu und im Spannungsfeld von Hochkultur und Trash.

Kirsten Lampert zeigt im Museum auch Bilder mit japanischen Motiven. FOTO: Kempner, Martin (mak)

Als Beispiele können hier die Bilder dienen, die Lampert nach einer Japan-Reise gemalt hat. In ihnen zitiert sie Holzschnitte von Katsushika Hokusai (1760-1849), die sie auf der Reise für sich entdeckt hat. "Und die ich dann mit ganz modernen Trash-Sachen kombiniere", erzählt Lampert. Überhaupt dienen Bilder aus Museen der Malerin gerne als Motivvorlagen. So sind manche weltberühmte Bild-Ikonen der Kunstgeschichte als Zitate in ihren Werken auszumachen. Aber auch alte Stiche, barocke Kostüme oder aktuelle Mode aus luxuriösen Frauenzeitschriften finden sich in den Malerei-Collagen wieder.

Ganz anders arbeitet Ulrike Arnold. "Meine Bilder haben etwas von Luftaufnahmen. Sie sind abstrakt und thematisieren immer den Ort ihrer Entstehung", erzählt die Malerin, die gerade aus Chile zurückgekehrt ist. Als Farben nutzt Arnold stets die Erde, die sie vor Ort findet. "Immer versuche ich die Essence des Ortes in das Bild zu geben." Seit 36 Jahren reist Arnold um die Welt. "Non Stop" - wie übrigens auch der Titel der neuen Ausstellung im Kunstmuseum lautet. "Ich habe auf allen Kontinenten gearbeitet und ich suche besondere und magische Orte, an denen meine Bilder entstehen." So verbinden ihre Werke Malerei und Land-Art.

In der Ausstellung finden sich auch Bilder, die Arnold mit einem ganz besonderen Material gemalt hat: Meteoritenstaub. "Für mich sind die Partikel Botschafter aus dem Kosmos und unglaublich mythisch", erzählt die Künstlerin. Den Meteoritenstaub erhält sie von einem Wissenschaftler. Er entsteht beim Durchschneiden von Meteoriten zur Bestimmung des Alters. Doch der Staub alleine reicht Arnold schon lange nicht mehr: "Ich würde gerne mit dem Kosmos arbeiten", erzählt sie.

Die Ausstellung "Non-Stop" mit Bildern von Ulrike Arnold und Kirsten Lampert wird morgen um 11.30 Uhr im Kunstmuseum (Wuppertaler Straße 160) eröffnet. Sie ist bis zum 24. April in den Räumen für Wechselausstellungen zu sehen.

Quelle: RP
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