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Solingen
Malteser halten sich mit Kündigung zurück

Solingen: Malteser halten sich mit Kündigung zurück
Klaus Klum, Zugführer der Katastrophenschutz-Einheit, und Stadtbeauftragter Sascha Küll (v.l.) sorgen sich um die Zukunft beim Malteser-Hilfsdienst in Solingen. FOTO: Weck-Stephan
Solingen. Am 1. August soll der Arbeiter-Samariter-Bund die Rettungsdienstleistungen vom Malteser-Hilfsdienst übernehmen. Im Fall eines angekündigten Widerspruchs gegen die Vergabe-Entscheidung könnte sich dieser Termin verschieben. Von Guido Radtke

Die Mitarbeiter des Malteser-Hilfsdienstes müssen in der Solinger Zentrale in diesen Tagen viele Fragen beantworten. "Seit der politischen Entscheidung, dass die Rettungsdienstleistung künftig nicht mehr von uns, sondern von einem anderen Anbieter erbracht werden soll, erreichen uns zahlreiche Anrufe von irritierten Personen", sagt Marco Siebenhaus.

Der hauptamtliche Mitarbeiter der Malteser und seine Kollegen müssen jedes Mal aufklären, dass die sozial-unternehmerischen Dienste wie Haus-Notruf, Menü-Service oder der familienunterstützende Dienst nicht betroffen sind. "Diese Leistungen werden weiter in vollem Umfang betrieben", sagt Siebenhaus. Gleiches gelte im Übrigen auch für Rettungsdienste oder Krankenhaus-Fahrten, die in Notfällen über den Hausnotruf organisiert werden.

Viele offene Fragen bleiben jedoch, was die Zukunft der 20 im Rettungsdienst beschäftigten Mitarbeiter betrifft. "Wir haben noch keine Gespräche geführt oder gar Kündigungen ausgesprochen", sagt der Malteser-Stadtbeauftragte Sascha Küll. Seitdem der Haupt- und Personalausschuss am Dienstagabend beschlossen hat, den Rettungsdienst ab 1. August für die kommenden fünf Jahre an den Arbeiter-Samariter-Bund zu vergeben, habe sich die Führung der Solinger Malteser darauf konzentriert, "dass es vielleicht doch noch irgendwie weitergehen kann". Spätestens nach den Aussagen von Oberbürgermeister Tim Kurzbach und Ordnungsdezernent Jan Welzel in der emotional geführten Bürgersprechstunde im Rahmen der Ratssitzung dürfte auch der letzte Funken Hoffnung verflogen sein, dass an der Entscheidung noch einmal gerüttelt werden könnte.

"Wir hatten Für-Stimmen vonseiten der Grünen, der BFS, Solingen Aktiv und der Linken, weil bei der Vergabe keine Qualitätsmerkmale berücksichtigt worden sind." Sascha Küll hat vor den Ratsmitgliedern kritisiert, dass bei der Ausschreibung der Preis mit einem Anteil von 90 Prozent angeführt gewesen sei. "Die Anforderungen und das Leistungsverzeichnis sind in den vergangenen Jahren enorm angehoben worden", gibt Küll zu bedenken. Für die korrekte Besetzung des geforderten Umfangs müssten 25 Vollzeitkräfte beschäftigt werden. "Aus diesem Grund ist das Angebot aus dem Jahr 2011 mit dem aktuellen nicht zu vergleichen."

Ob die Übernahme des Rettungsdienstes durch den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) tatsächlich wie vertraglich vereinbart am 1. August erfolgt, hängt auch von einem möglichen Widerspruch gegen den mehrheitlich getroffenen Beschluss im Hauptausschuss ab. Diesen einzulegen, hat Jörg Becker, Fraktionsmitglieder der Linken, bereits am Donnerstagabend im Rat mündlich angekündigt. Und es hängt davon ab, ob der ASB die vertraglichen Bedingungen in der Standortfrage erfüllen wird. Nach Informationen unserer Redaktion will der Rettungsdienst-Anbieter ein Grundstück an der Löhdorfer Straße in Aufderhöhe nutzen. Die Firma Daniels als Eigentümer jedoch erklärte, dass die Fläche nicht zur Verfügung stehe.

Quelle: RP
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