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Solingen
"Man muss mit Freude dabei sein"

Solingen: "Man muss mit Freude dabei sein"
Achim Schäfer ist Vorsitzender des Kirchenvorstandes in der Gemeinde Krahenhöhe. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Seit 42 Jahren ist Achim Schäfer ehrenamtlich im Kirchenvorstand der katholischen Gemeinde St. Josef aktiv. Von Sandra Grünwald

Achim Schäfer zog als 16-Jähriger auf die Krahenhöhe. "Der Vorteil war, dass schon eine Cousine hier wohnte mit Familie und meine Patentante war in der Gemeinde aktiv", erzählt er. "Da hatte man schon jemanden, den man kannte." Das war 1959. Ein Jahr später trat Achim Schäfer in den Kirchenchor der katholischen Gemeinde St. Josef ein. "Ich habe schon immer gerne gesungen", erzählt er, "war vorher schon in verschiedenen Schulchören."

Damals war die Krahenhöhe Neubaugebiet, auch die Kirche ist 1962 neu gebaut worden. "Es gab viele Flüchtlinge in der Umgebung", erinnert sich der 72-Jährige zurück. Die meisten waren katholisch. "So konnte man jeden Sonntagmorgen eine große Menge, meist Frauen mit schwarzen Kopftüchern, in die Kirche wandern sehen." Den Erweiterungsbau der Kirche hat er genauso miterlebt wie den Bau des Jugendheims und des Kindergartens. "Der Kirchenchor hat ja immer bei solchen Anlässen gesungen", erklärt Achim Schäfer. Dann kam ein junger Pfarrer nach St. Josef. "Das war mitten im Zweiten Vatikanischen Konzil." Dieser Pfarrer brachte neue Ideen und neues Leben in die Gemeinde. Das hatte auch zur Folge, dass Achim Schäfer in den Kirchenvorstand eintrat, in dem er inzwischen seit 42 Jahren aktiv ist. "Nach einigen Jahren habe ich den Vorsitz übernommen."

Die Arbeit im Kirchenvorstand hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. "Die Kirche wurde verändert, aber auch die Gläubigen haben sich verändert", erzählt Achim Schäfer, "es sollte jetzt etwas passieren in der Gemeinde." Und für all die neuen Aktivitäten brauchte es die geeigneten Räumlichkeiten. Achim Schäfer, der im Kirchenvorstand vor allem für die baulichen Angelegenheiten von St. Josef tätig ist, hat dazu beigetragen, diese Räumlichkeiten zu schaffen. "Der Kindergarten wurde zweimal erweitert, das Pfarrheim wurde erweitert, das Kirchencafé entstand", zählt er auf. Veränderungen wurden durchgeführt. "Wir mussten das Jugendheim wieder aufgeben, dafür konnten wir das Pfarrheim erweitern." Auch im Vorstand des Kirchengemeindeverbands Solingen Süd ist Achim Schäfer aktiv. "Für die Krahenhöhe", sagt er. Hier wurde er bereits zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Die ehrenamtliche Arbeit wird zunehmend verantwortungsvoller in den Gemeinden. Das bekommt auch Achim Schäfer zu spüren. "Alles muss von den Ehrenamtlichen geregelt werden." Das Problem ist jedoch, dass der Nachwuchs fehlt. "Es kommen keine jüngeren Leute mehr nach."

Achim Schäfer hat das Glück, einen würdigen Nachfolger für sein Amt im Kirchenvorstand gefunden zu haben. "Ein Architekt", verrät er. Damit werden die baulichen Belange der Gemeinde weiterhin in kompetenten Händen liegen. Die ehrenamtliche Arbeit war Achim Schäfer immer wichtig. "Man muss mit Freude dabei sein", betont er. Ihm habe es immer Freude gemacht, etwas mit zu gestalten. "Man kann nicht die Einstellung haben, ich zahle Kirchensteuer und wenn ich in die Kirche gehe, muss alles stimmen. So geht das nicht." Wenn etwas nicht rund läuft, müsse man auch mal selber anpacken. Das ist eine Einstellung, die Achim Schäfer im Chor kennengelernt hat, der weit mehr ist, als Leute, die zusammen singen. "Wenn irgendjemand ein Problem hat, dann wird geholfen", sagt er. Ob ein Wintergarten gebaut werden soll oder jemand umzieht - die Gemeinschaft packt tatkräftig mit an. "Das ist selbstverständlich, dass jeder dem anderen hilft."

Quelle: RP
 
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