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Solingen
Manche Merscheider leben wie die Fürsten

Solingen. Merscheid ist ein kleiner Solinger Ortsteil. Nichts desto trotz können die selbstbewussten Merscheider feiern. Und wie jedes Jahr feierten sie an diesem Wochenende ihr Pumpenfest am Stadersberg. Im Angesicht der Merscheider Kirche hatten sie einige Stände mit Speisen und Getränken aufgebaut, und zahlreiche Besucher hatten sich auf den Bänken niedergelassen. Von Ulrike Kohl

Der Heimatverein Merscheid, dem alle ansässigen Vereine angehören, besteht bereits seit etwa 70 Jahren, erzählen Karl Löhmer, der Schriftführer, und Bernd Weidner, der zweite Vorsitzende des Vereins. Vor 24 Jahren hat man am Stadersberg die große Pumpe aufgestellt, die vorher im Garten der Familie Hartkopf stand. Der Heimatverein spendete dazu den großen Schleifstein, auch als Symbol im Gedenken an die ehemals zahlreichen Schleifer, auf dem die Pumpe steht.

Außer dem Pumpenfest gibt es zahlreiche Aktivitäten des Vereins. So wurde vor drei Jahren eine jährliche Fahrradtour ins Leben gerufen, auch, um jüngere Mitglieder zu gewinnen. Dieses Jahr nahmen 35 Biker teil, davon fuhren sechs "normale" Räder - der Rest waren Senioren mit E-Bikes. Im Herbst machen die Mitglieder außerdem eine Tagestour, die dieses Jahr nach Xanten führte. Oster- und Martinsfeuer gibt es allerdings nicht mehr.

Auch das Rätsel, warum die Merscheider ihren Stadtteil als "Fürstentum" bezeichnen, wurde gelöst: Einst gab es in Merscheid einen Scherennagler, der so viele Scheren anfertigte, dass er als "Scherenfürst" bezeichnet wurde. Auf einer Ausflugstour des Vereins kam einer auf die Idee, ihm eine Postkarte zu schicken, adressiert an den "Scherenfürst von Merscheid". Eine Straße war nicht angegeben - die Karte wurde jedoch anstandslos zugestellt.

Quelle: RP
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