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Solingen
Marktführer bei Video-Identifikationen

Solingen: Marktführer bei Video-Identifikationen
Nur durch eine Sicherheitsschleuse gelangen die Mitarbeiter von Franz Thomas Fürst, Geschäftsführer von WebID Solutions, zu ihren PC-Arbeitsplätzen. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Die WebID Solutions GmbH an der Kieler Straße in Ohligs sucht für das Servicecenter weitere 50 bis 60 Mitarbeiter. Von Uwe Vetter

Die WebID Solutions GmbH ist noch ein junges Unternehmen, gleichwohl hoch innovativ, und im Bereich Online-Vertragsabschlüsse kann dem Solinger Unternehmen mit Standorten in Berlin, Hamburg und Kiel kaum einer das Wasser reichen. Hinter WebID Solutions stehen der Solinger Franz Thomas Fürst und der Lübecker Frank Stefan Jorga sowie derzeit rund 160 Beschäftigte.

Das Unternehmen von der Kieler Straße direkt gegenüber dem Hauptbahnhof in Ohligs ist aber nicht nur europaweit führender Anbieter für schriftformbedürftige Online-Vertragsabschlüsse, sondern insbesondere Erfinder der Video-Identifizierung und hier ebenfalls Marktführer. Rund 80 Prozent der führenden deutschen Banken, aber auch Kreditkartenunternehmen und Versicherungen vertrauen auf die Lösungen und das patentierte Verfahren von WebID - sehr zum Ärger der Deutschen Post AG.

Im Gegensatz zum Post-Verfahren ist das Verfahren zum Verifizieren der Identität eines Nutzers unter Einbindung eines Videocalls von WebID nicht nur erheblich schneller, sondern vor allem auch sicherer. Obendrein ist es für die Kunden bequem und innerhalb weniger Minuten erledigt. "Wir haben nichts gegen normalen Wettbewerb, aber die Post verhält sich nicht wettbewerbskonform", sagt Franz Thomas Fürst mit Blick auf den Bereich Videoidentifikationen.

WebID hat das bisher bekannte und veraltete PostIdent-Verfahren revolutioniert und bildet es 100 Prozent digital ab. Wege zur Bank- oder zur Postfiliale können sich die Kunden sparen. "Seit wir mit unserem Verfahren auf dem Markt sind, ist die Post hellhörig geworden. Es wurde auch ein Kaufinteresse des Monopolisten signalisiert", sagt Franz Thomas Fürst. Was die beiden Geschäftsführer indes ablehnten: "Wir wollen unternehmerisch frei bleiben und richten unser Geschäftsmodell weiter international aus", sagt Fürst.

Tochtergesellschaften gibt es bereits in Österreich, der Schweiz und in Indien. Jetzt werden von dem innovativen Unternehmen der asiatische und der nordamerikanische Markt in Angriff genommen. "Weltweit gibt es kein anderes Unternehmen, das technologisch so etwas macht beziehungsweise in der Lage ist, wie wir", sagt der 46-jährige Geschäftsführer.

Der Vater von drei Töchtern besuchte einst das August-Dicke-Gymnasium und studierte an der Boston University. Nach dem Verkauf der Fürst Bestecke 1993 an ein finnisches Unternehmen setzte er seine akademische Ausbildung an der London Business School fort. Danach war er mehrere Jahre als Berater für Finanzdienstleister tätig. 2012 schließlich wurde WebID Solution gegründet, das 2014, nach der Genehmigung des Bundesfinanzministeriums so richtig durchstarten konnte.

Drei Etagen hat das Unternehmen im Bürogebäude am Hauptbahnhof derzeit angemietet. Die Vermittlung dazu kam auch durch die Wirtschaftsförderung zustande. "Jeden Tag haben wir mehr als 3000 erfolgreiche Video-Identifikationen", sagt Franz Thomas Fürst. In kurzer Zeit schon soll diese Zahl auf 10.000 gesteigert werden. "Wir suchen zu unseren 100 Solinger Mitarbeitern jetzt weitere 50 bis 60 Leute, die in unserem Videoservice-Center arbeiten sollen", so der Experte für Personenidentifikation, Datensicherheit und Digitalisierung.

Ein Schulabschluss, das Beherrschen der deutschen und der englischen Sprache und die PC-Bedienung seien neben einem polizeilichen Führungszeugnis Voraussetzungen, um eine Stelle bei WebID zu bekommen. Schließlich wird mit sensiblen Daten gearbeitet, wenn es beispielsweise um einen Kredit oder die Erstellung einer Kreditkarte geht. Die Mitarbeiter können auch in Teilzeit arbeiten, in das Call-Center hinein kommt man zudem nur durch eine Sicherheitsschleuse, die neben einer PIN-Nummer das Gewicht checkt und die Handfläche scannt, bevor sich der Zugang öffnet. "Wir arbeiten mit sensiblen Daten. Sicherheit hat deshalb oberste Priorität", sagt Franz Thomas Fürst.

Quelle: RP
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