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Solinger Arbeitsgericht
Mechaniker verlangt Kündigung des Vorgesetzten

Solingen. Ein Arbeitnehmer verlangt in Solingen die Kündigung seines früheren Vorgesetzten. Der Manager soll ihn während einer Dienstreise nachts im Hotel sexuell missbraucht haben. Das Solinger Arbeitsgericht will in dem Fall am Dienstag eine Entscheidung verkünden. Der Werkzeugmechaniker hatte im April 2013 mit seinem Chef eine Dienstreise unternommen.

Der Manager bestreitet die Vorwürfe: Die sexuellen Handlungen seien einvernehmlich gewesen. Das Unternehmen hatte dem Werkzeugmechaniker aber eine Psychotherapie finanziert. Dem Vorgesetzten war ein Aufhebungsvertrag angeboten worden, den dieser jedoch ablehnte. Daraufhin durfte er an seine alte Stelle zurückkehren, während der Werkzeugmacher in einen anderen Bereich versetzt wurde.

Der Vorgesetzte war vom Amtsgericht Solingen im November 2014 wegen schweren sexuellen Missbrauchs zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Der Manager hat dagegen Rechtsmittel eingelegt, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. In dem Verfahren vor dem Arbeitsgericht behauptet der Kläger, der damalige Vorgesetzte habe seinen Hotelschlüssel verschwinden lassen, um ihn in das andere Zimmer zu locken.

Das beklagte Unternehmen hat sich auf die Seite des Managers gestellt. Das Urteil im Strafprozess sei falsch und nicht rechtskräftig. Beide Personen hätten außerdem viel Alkohol getrunken.
Der Kläger sei auch später auf den Manager zugegangen und habe eine höhere Entgeltgruppe verlangt sowie die Ermöglichung der Meisterschule.

(lnw)