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Solingen
Mehr Preisgeld für den Kunstpreisträger

Solingen: Mehr Preisgeld für den Kunstpreisträger
Die Jury der 70. Bergischen Kunstausstellung tagte gestern im Kunstmuseum. Der Jury gehörten an (v.l.): Prof. Markus Karstieß, Dr. Barbara Könches, Rouven Lotz, Gisela Elbracht-Iglhaut und Gertrud Peters. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Im Meistermann-Saal des Solinger Kunstmuseums tagte gestern die Auswahljury der 70. Internationalen Bergischen Kunstausstellung. Von Michael Tesch

Nein, erzählt Gisela Elbracht-Iglhaut am Rande der gestrigen Jurysitzung, die Erhöhung des Preisgeldes hätte sich auf die Anzahl der Bewerber nicht ausgewirkt. "Was mich auch ein wenig überrascht hat", erklärt die stellvertretende Direktorin des Kunstmuseums. Von 3500 auf 5000 Euro hat die National Bank AG (Essen) den Bergischen Kunstpreis erhöht - aus Anlass der 70. Auflage der mittlerweile als International firmierende traditionelle Kunstschau. Insgesamt 191 Mappen hatte Elbracht-Iglhaut den Jurymitgliedern auf Tischen im Meistermann-Saal des Museums präsentiert. 2015 waren es noch 225 gewesen. "30 Mappen musste ich allerdings in diesem Jahr vorab ausjurieren, weil die Bewerber nicht die Teilnahme-Bedingungen erfüllten."

Die Ausschreibung gibt vor, dass sich nur professionelle Künstlerinnen und Künstler für eine Teilnahme an der Bergischen bewerben dürfen, das heißt, eine akademische Ausbildung nachweisen müssen. Vorgeschlagen dürfen nur aktuelle Werke werden, die nicht älter als drei Jahre sind. Und alle Einreicher müssen durch Herkunft, Arbeits- oder Ausbildungsstätte einen biografischen Bezug zur Region des Bergischen Landes (einschließlich Düsseldorf auf Grund der dortigen Akademie) haben.

Gestern tagte die Jury der 70. Bergischen Kunstausstellung, der in diesem Jahr angehörten: Dr. Barbara Könches, die Fachbereichsleiterin Visuelle Kunst der Kunststiftung Nordrhein-Westfalen, Rouven Lotz, wissenschaftlicher Leiter des Emil Schumacher Museums in Hagen, Gertrud Peters, künstlerische Leiterin des Düsseldorfer KIT (Kunst im Tunnel), Gisela Elbracht-Iglhaut vom Solinger Kunstmuseum, Dr. Thomas A. Lange, der Vorsitzende des Vorstandes der National-Bank - er war allerdings gestern nicht anwesend - sowie der Solinger Bildhauer Prof. Markus Karstieß.

Für Karstieß war die gestrige Sitzung nicht der erste Einsatz in einem Auswahlgremium: "Die vergangenen drei Jahre saß ich in der Jury für die Nachwuchsförderung der NRW-Stiftung." Und wie bewertet der Bildhauer die Mappen? "Die vorgeschlagenen Arbeiten müssen als erstes mein Interesse wecken. Dann erst schaue ich auf die biografischen Daten, wo einer herkommt, wo und bei wem er studiert hat, welche Ausstellungen es schon gab", beschreibt Karstieß seine Vorgehensweise. Und wie lautet sein erstes Resümee nach der ersten Durchsicht der fast 200 Mappen? "Ich finde viele Arbeiten mutlos."

Gertrud Peters, die seit einigen Jahren ja bereits der Jury der Internationalen Bergischen angehört, traf wieder auf viele Bekannte: "Diesmal kenne ich erstaunlicherweise sehr viele der Bewerber. Einige haben sogar schon bei mir im KIT ausgestellt."

Ein positives Resümee zog Elbracht-Iglhaut nach der ersten intensiven Durchsicht aller Mappen. "Die Qualität finde ich insgesamt gut. Besonders freut mich, dass viele neue Künstler dabei sind, also Künstler, die sich zum ersten Mal bewerben. Und jetzt hoffe ich, dass sich viele dieser neuen Positionen auch durchsetzen, denn in der Bergischen zeigen wir ja gerne viel Neues", erklärt die stellvertretende Museumsleiterin. 2015 hatte die Jury aus den 225 Einreichungen zwölf Positionen für die Bergische Kunstausstellung ausgewählt. Träger des Bergischen Kunstpreises 2015 war der Düsseldorfer Matthias Wollgast. Er erhielt den Preis für seine Installation "The shared Oasis of the Gift Shop", der Inszenierung eines Museumsshops. Den Publikumspreis erhielt im vergangenen Jahr Matthias Leeck.

Wer die Teilnehmer der 70. Bergischen Kunstausstellung und der neue Bergische Kunstpreisträger sein werden, will die den Preis auslobende National Bank AG noch in dieser Woche bekanntgeben.

Quelle: RP
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