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Solingen
Mehrere Optionen für Arena-Standort

Solingen. Der Piepersberg bleibt zwar Favorit als neue Heimat der BHC-Handballer. Ein Verkehrsgutachten könnte im Sommer starten. Gleichzeitig sind aber auch andere Standorte im Gespräch. Der BUND bringt das Omega-Gelände ins Spiel. Von Martin Oberpriller

Der Auftritt der Handballer vom Bergischen HC beim Final-Four-Turnier am vergangenen Wochenende war überzeugend. Denn obwohl dem Team von Trainer Sebastian Hinze in Hamburg der ganz große Coup verwehrt blieb und der Einzug in das Finale um den deutschen Handball-Pokal am Ende knapp verpasst wurde, erwarb sich der bergische Erstligist bei seinem Auftritt gegen den späteren Sieger SC Magdeburg jede Menge neue Sympathien.

Dabei stehen den Profis und Verantwortlichen des BHC in den kommenden Wochen noch zwei weitere "Endspiele" bevor. Zum einen muss die Mannschaft in der Ersten Bundesliga den Klassenerhalt sichern. Und zum zweiten gilt es, die Weichen für die neue Arena Bergisch Land mit 6000 Zuschauerplätzen zu stellen.

Nach Lage der Dinge dürfte die nächste Sitzung des Planungsausschusses entscheidend sein. Gibt die Solinger Politik im Juni das sprichwörtlich grüne Licht für das Vorhaben, die moderne Halle im Gewerbegebiet Piepersberg hochzuziehen, könnte der Handballverein im Anschluss daran ein Verkehrsgutachten in Auftrag geben. In dessen Rahmen wäre dann unter anderem zu klären, ob sich die Infrastruktur an der Stadtgrenze zu Wuppertal für eine Arena Bergisch Land eignet.

Daran hat der Naturschutzverband BUND jedoch starke Zweifel. Aus diesem Grund brachte die Organisation am Montag einmal mehr eine andere Option ins Spiel. "Es sollte geprüft werden, ob sich das Omega-Gelände in der Innenstadt für die Halle eignet", sagte Enrique Pless vom BUND, der überdies für die Grünen im Stadtrat sitzt. Seine Idee: Durch die gute Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr könnte ein Bau der Arena dort durchaus Sinn machen. Pless: "Beispielsweise könnten die Zuschauer aus Wuppertal bequem mit dem Zug zu den Spielen des BHC anreisen."

Tatsächlich hatte die Stadt zuletzt den Weg frei gemacht für einen Ideenwettbewerb, der verschiedene Vorschläge zur Nutzung des städtebaulichen Filetstücks am Südrand der Solinger City liefern soll. Allerdings nahmen die Verantwortlichen im Rathaus den Vorstoß vonseiten des BUND gestern eher zurückhaltend auf. Zwar schloss eine Rathaussprecherin das Omega-Gelände als neue Heimat für den Solingen-Wuppertaler Fusionsclub nicht in Gänze aus.

Doch gleichzeitig lehnte Oberbürgermeister Tim Kurzbach auf Anfrage unserer Redaktion eine "vorzeitige Festlegung auf eine Nutzung ab". Und Stadtdirektor Hartmut Hoferichter verwies wiederum darauf, dass zunächst die politischen Beratungen zum Piepersberg und die Diskussionen zum diesbezüglichen Umweltgutachten abgewartet werden sollten.

Diese können nach Ansicht der Grünen indes nur zu einem Ergebnis führen. "Der Piepersberg eignet sich aus Gründen des Naturschutzes nicht als Arena-Standort", sagte Fraktionssprecher Manfred Krause. Wohl wollte sich Krause nicht auf das Omega-Gelände festlegen und brachte stattdessen zusätzliche Optionen wie etwa die Gegend um den Bahnhof in Wuppertal-Vohwinkel ins Spiel. Fest steht für die Grünen aber schon heute, dass der Piepersberg auf gar keinen Fall eine Lösung ist. "Allein die Busanbindung ist zu schlecht", sagte Krause, der die anderen Ratsfraktionen aufforderte, sich noch einmal mit dem Thema zu beschäftigen.

Das tut zurzeit vor allem die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW). Dort geht man bei der Planung bis auf Weiteres davon aus, dass der Piepersberg die erste Wahl für die Arena Bergisch Land ist. Sollte der Planungsausschuss im Juni sein Okay geben und durch den BHC das Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben werden, könnte im Herbst ein Aufstellungsbeschluss erfolgen, sagte BSW-Regionalentwickler Carsten Zimmermann. Der Start zum Architektenwettbewerb für die Arena wäre dann noch 2016 möglich.

Quelle: RP
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