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Solingen
Mehrwegbecher: Kaffee genießen, Müll vermeiden

Solingen. Der Kaffee zum Mitnehmen ist für viele mittlerweile unverzichtbar. Zumeist gibt es den Muntermacher im Pappbecher serviert, der nach durchschnittlich 15 Minuten im Müll landet. 60 Einwegbecher verbraucht jeder Deutsche im Jahr für to-Go-Heißgetränke. Von Benjamin Dresen

Hinzu kommen noch mal so viele Becher für Kaltgetränke. Mit 106.000 Tonnen haben Einwegbecher Plastiktüten als größten Müllverursacher abgelöst. Auf diese Entwicklung machen die Verbraucherzentralen unter dem Motto "Einfach mehrfach!" aus Anlass der "Europäischen Woche der Abfallvermeidung" aufmerksam. "Gerade Einwegbecher nehmen viel Platz ein, so dass die Müllkörbe schnell voll sind", berichtet Martina Chudek, Abfallberaterin bei den Technischen Betrieben (TBS). Oft landen halbvolle Becher im Müll, die dann auslaufen und den Gehweg verschmutzen. Denn in den Bussen der Stadtwerke sind die Heißgetränke nicht erlaubt. Dies durchzusetzen ist dann die nicht immer leichte Aufgabe der Busfahrer.

Jeden Tag sammeln die TBS rund 1,5 Tonnen Abfall aus den 750 Straßenmüllkörben im Stadtgebiet ein. 295.000 Euro kosten Leerung, Personal, Reparatur und Ersatz der öffentlichen Müllkörbe jedes Jahr.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt Kaffeetrinkern, lieber auf Mehrwegbecher zu setzen. Diese kosten zwischen zehn und 35 Euro. Umweltberaterin Julia Ogiermann hat mit einem Mehrwegbecher in Solingen den Praxistest gemacht. Alle sechs besuchten Geschäfte oder Bäckereien füllten den Kaffee anstandslos in den mitgebrachten Becher. Für die Hygiene empfiehlt Julia Ogiermann, den Becher stets gespült und sauber zu halten. Beim Einschenken sollten Becher und Kaffeekanne nicht in Berührung kommen.

Einige solcher Einwegbecher lassen sich individuell verschönern, denn unter einer transparenten Außenhülle haben sie einen Einleger aus Papier. Die Verbraucherzentrale Solingen hatte Anfang Oktober Jugendliche aufgerufen, einen solchen Becher kreativ zu gestalten. 24 kleine, einfallsreiche Kunstwerke gingen ein. Viele setzten sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander. Die Jury aus Friederike Sinowenka, Sprecherin des Agenda-21-Teams, Martina Chudek und Julia Ogiermann wählte vier Sieger aus. Gewonnen haben die Beiträge von Roman Holtwick, Marisa Büttner, Jana Balkenohl und Franziska Anton. Alle Becher sind noch bis zum 11. Dezember im Schaufenster der Verbraucherzentrale am Werwolf 2 ausgestellt.

Wer Geld sparen und die Umwelt schonen möchte, kann bei der Verbraucherzentrale seinen eigenen Mehrwegbecher gewinnen. Wer alle fünf Fragen im Quiz zum Einwegbecher richtig beantwortet, wird mit einem der 25 vorrätigen Mehrwegbecher belohnt. In der Verbraucherzentrale ist außerdem ein neuer Info-Flyer zu to-Go-Bechern erhältlich, ebenso wie das Ergebnis eines Tests von Mehrwegbechern. Alle Informationen zum Thema sind zudem im Internet zusammengestellt unter www.vz-nrw.de/mehrweg.

Quelle: RP
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