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Solingen
Meister der Publikumsherzen

Solingen: Meister der Publikumsherzen
Bei der Kulturnacht im April sangen "Scampi" im Theater und Konzerthaus - am Sonntag verabschiedet sich das Quintett für immer von der Bühne. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Letzter Auftritt auf dem Dürpelfest: Die a-cappella-Band "Scampi" verabschiedet sich von ihren Fans. Von Jan Crummenerl

Mit Charme, Show und vor allem Stimme haben sie ihr Publikum erobert und nicht zuletzt auch die Jurys: die a-cappella-Band Scampi. Nun löst sich die Formation auf. Einen Abschiedsauftritt gibt es am Sonntag auf dem Dürpelfest. "Somit möchten wir uns von unserem Publikum, unseren Fans und Unterstützern verabschieden", sagt Gründungsmitglied Lars Wierum. "Wir gehen in aller Freundschaft auseinander und kommen deswegen auch sehr gerne für den letzten Auftritt noch einmal zusammen."

Pfiffige Musik mit flotten Texten ist das Markenzeichen von Scampi. 2008 fanden fünf Sangesbegeisterte zusammen. "Scampi startete als Amateurband." Aber als eine, die was drauf hat. "Am Anfang hatten wir ein richtiges Brainstorming, um einen Namen für uns zu finden", berichtet Wierum. Rund 30 Kandidaten standen zur Auswahl. "Die Garnelen" waren dabei ganz weit oben. "Aber Scampi klingt doch viel frischer und frecher."

Bereits 2010 nahm die Gruppe erstmals am German a-cappella NRW- und German a-cappella Bundescontest in der Amateurliga teil und holte sich dort die Note "Sehr gut" ab. Zwei Jahre später ging es richtig los. Lars Wierum: "2012 wurde mit neuer Besetzung der Sprung zu den Semiprofis gewagt und im Sommer der German a-cappella Contest gewonnen." Dazu kam noch der "Vizemeister der Zuschauerherzen". Die erfolgreichen Konzerte aber zeigen, dass man den "Vize" ruhig weglassen kann. Vor allem in Solingen. Fünfstellige Besucherzahlen sind schon eine Hausnummer.

Alles fing klein an. "Ich habe in einer Hobbytruppe gesungen, aber irgendwann war da Ende der Fahnenstange", so Wierum. Die "Wise Guys" hat man sich genau angehört. "Wir wollten etwas Neues machen, a-cappella - und da noch eine Schippe drauflegen." Die Band entwickelte sich immer professioneller. Gute, ja perfekte Ensemblearbeit setzt ein großes Maß an Kontinuität voraus. Daran haperte es in den vergangenen Jahren. Wierum: "Seit Anfang 2013 gab es drei weitere Personalwechsel. Damit verbunden war natürlich jedes Mal das erneute Einstudieren des kompletten Konzertprogramms." Das gehe an die Kondition. "Ende 2015 haben wir festgestellt, dass die vielen Neustarts recht kräftezehrend waren und dass uns nun die Motivation und Zeit fehlt, die Arbeit in das Projekt zu stecken, die nötig wäre, um wieder zum alten Glanz von 2012 zu kommen." Zudem komme hinzu, dass es nicht so einfach sei, probentechnisch ständig fünf Leute aus Solingen, Köln, Siegen, Bottrop und Aachen zeitlich unter einen Hut zu bekommen.

"Wir haben lange gegrübelt, denn so eine Gruppe löst man ja nicht einfach so auf." Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickt Lars Wierum nun zurück: "Es war eine tolle Gruppe und eine tolle Zeit". Aber es gehe irgendwie weiter. "Zwei von uns erproben gerade ein neues Konzept", berichtet Wierum. "Mal sehen, wo das hingehen könnte." Die Fans können gespannt sein.

Quelle: RP
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