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Solingen
Menschenrechtspfad auf der Trasse

Solingen: Menschenrechtspfad auf der Trasse
Christiane Rohwer, Frauke Pohlmann, Susanne Möller und Helmut Eckermann (von links) mit dem Entwurf von Yayo Kawamura. FOTO: Kempner
Solingen. Fröhliche, sehr markante Gesichter von Menschen aus verschiedenen Kulturen zeigen die Illustrationen von Yayo Kawamura. Die Bilder, die die Künstlerin für eine kindgerechte Fassung der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" malte, werden bald auf der Korkenziehertrasse zu sehen sein: Auf 300 Metern zwischen Botanischem Garten und Carl-Russ-Straße gestaltet die Ortsgruppe von Amnesty international ihren "Pfad der Menschenrechte". Radfahrer und Spaziergänger können auf 13 Edelstahltafeln am Wegesrand nicht nur die Bilder betrachten, sondern auch alle 30 Artikel der UNO-Menschenrechtscharta von 1948 lesen. Von Alexander Riedel

Menschenrechte kennenlernen

"Das ist unser Wunschstandort", sagt Helmut Eckermann von Amnesty mit Verweis auf die vielen Bürger, die die Trasse in ihrer Freizeit nutzen. Mit der Aktion reagiert die Menschenrechtsorganisation auf eine bedrückende Studie aus dem Jahr 2004, nach der 17 Prozent der deutschen Bevölkerung nicht ein Menschenrecht benennen konnten und der Durchschnitt der Befragten nur ein Zehntel der Artikel kannte. "Jedem sagt der Begriff Allgemeine Erklärung der Menschenrechte etwas, aber manchen fällt noch nicht einmal das Recht auf Leben ein", berichtet Eckermann. Durch die Aktion will die Menschenrechtsorganisation das Bewusstsein für elementare Artikel wie das "Verbot der Diskriminierung", das "Verbot der Folter" oder die "Gleichheit vor dem Gesetz" schärfen. Die Jugendhilfe-Werkstatt und die Neue Arbeit Ittertal unterstützen Amnesty bei der Umsetzung des Projekts. Bei der Finanzierung der Material- und Druckkosten ist die Organisation auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen.

Mit dem Menschenrechtspfad feiert die Solinger Ortsgruppe auch ihr 40-jähriges Bestehen. Neben dem Einsatz für politische Gefangene rund um den Globus, organisieren die Mitglieder seit 1972 Infoveranstaltungen zu Themen wie Todesstrafe oder Folter sowie Konzerte, Lesungen und Theateraufführungen. Ab September ist eine Kinoreihe mit dem Schwerpunkt Menschenrechte in der Cobra geplant. Eine offizielle Geburtstagsfeier der Gruppe findet am 10. November im Kunstmuseum statt.

www.amnesty-solingen.de

Quelle: RP
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