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Solingen
Ministerin lobt Vernetzung zwischen Ärzten und Pflegern

Solingen. NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens informierte sich über Pilotprojekt des Ärztenetzwerks Solimed. Von Alexander Riedel

Eine ältere Dame muss nach einer Hüft-Operation mit anschließender Infektion stationär in einer Pflegeeinrichtung versorgt und medikamentös behandelt werden. Zu Hause betreut sie später ein ambulanter Dienst weiter: Anhand dieses fiktiven Beispiels erklärte Internist Dr. Stephan Kochen den Zuhörern im evangelischen Altenzentrum Cronenberger Straße eine der größten Baustellen des Gesundheitswesens - den Austausch zwischen Ärzten, Krankenhäusern und Pflegediensten zum Wohle des Patienten, zum Beispiel über Befunde oder notwendige Medikamente.

"Es darf nicht sein, dass Pfleger, die mit dem Hausarzt sprechen müssen, an der besetzten Telefonleitung verhungern", sagte Dr. Kochen und erntete zustimmendes Kopfnicken von NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne), die gestern in der Klingenstadt zu Gast war. Um die Kommunikation besser zu vernetzen, initiierte das Solinger Ärztenetzwerk Solimed mit Hilfe der Software Comdoxx einen elektronischen Datenaustausch zwischen den beteiligten Arztpraxen, der St. Lukas Klinik, dem Städtischen Klinikum und dem Krankenhaus Bethanien.

In einer weiteren Stufe holten die Planer des Projekts das Haus Ahorn des Seniorenzentrums Bethanien, das katholische Altenheim St. Joseph, das evangelische Altenzentrum Cronenberger Straße sowie die ambulanten Pflegedienste Medicus und Bethanien mobil mit ins Boot. Auch die Bergische Universität und die Versicherungen Barmer GEK und AOK gehören zu den Partnern.

In diesem Jahr endete die Förderung von Europäischer Union und Bundesland für die 1,6 Millionen Euro teure Initiative: Nun sollen die Errungenschaften noch erweitert werden.

"Dafür wird es einen weiteren Förderantrag geben", kündigte Mark S. Kuypers, kaufmännischer Geschäftsführer von Solimed, an. Immerhin: Das Lob der Ministerin war dem Ärztenetzwerk gewiss. "Dieses Projekt ist sehr wichtig und liegt im absoluten Interesse des Ministeriums", sagte Steffens. Vor allem der demographische Wandel und die erwartete Verdoppelung der Zahlen pflegebedürftiger Menschen mache ein IT-gestütztes Gesundheitsmanagement umso bedeutender. Die erweiterte Kommunikation von Ärzten und Pflegern und der Zugriff der akkreditierten Personen auf Infos der geschaffenen Datenbank könne in Zukunft überflüssige Krankenhausaufenthalte verhindern und die Nachbehandlung zuvor stationär versorgter Patienten deutlich verbessern, betonte Steffens und ermutigte die Projektpartner: "Sie sind hier einen wichtigen Schritt gegangen und werden ihn sicher weiter gehen."

Zum Netzwerk Solimed gehören insgesamt 70 niedergelassene Solinger Ärzte an. 16 Praxen waren dem EDV-Pilot-Projekt angeschlossen.

Quelle: RP
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