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Solingen
Misshandeltes Mädchen wurde vom Täter verbrüht

Dreijähriges Mädchen stirbt in Solingen
Dreijähriges Mädchen stirbt in Solingen FOTO: Anja Wollschlaeger
Solingen. Zwei Tage nach dem gewaltsamen Tod eines dreijährigen Kindes, das von dem Lebensgefährten der eigenen Mutter umgebracht worden sein soll, herrschte gestern rund um den Tatort weiter Fassungslosigkeit und Trauer. "Ich habe überlegt, ob ich eine Kerze aufstellen soll", sagte sichtlich bewegt beispielsweise eine Frau, die in unmittelbarer Nähe zu jenem Haus an der Zeppelinstraße zwischen Wald sowie Mitte lebt, in dem sich das Verbrechen am Mittwochabend ereignet hatte.

Derweil gingen die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen des Falles am Freitag unvermindert weiter. So steht nach der Obduktion des kleinen Mädchens inzwischen fest, dass das Kind vor seinem Tod offensichtlich ein regelrechtes Martyrium durchleiden musste. Am Körper der Dreijährigen fanden sich Spuren "massiver äußerer Gewalteinwirkung", hieß es bei der Staatsanwaltschaft, die im Laufe des Tages einen Haftbefehl wegen Mordes gegen den mutmaßlichen Täter erwirkte.

Unter anderem soll der 18-Jährige das Kleinkind verbrüht haben. Und weiter wurden innere Blutungen festgestellt - weswegen die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, dass nicht "nur" ein Totschlag, sondern vielmehr Mord vorliegt. "Die Verletzungen des Kindes lassen auf eine besondere Grausamkeit des Täters schließen", sagte der zuständige Oberstaatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt am Freitagnachmittag auf Anfrage unserer Redaktion. In den kommenden Tagen muss nun auch noch die Rolle der 24-jährigen Mutter geklärt und die Frage beantwortet werden, ob die Frau nicht hätte eingreifen können, als ihr Freund die kleine Tochter zu Tode quälte.

Bereits gestern trafen sich darüber hinaus die bei dem Einsatz beteiligten Retter, um in Gesprächen untereinander sowie mit Notfallseelsorgerin Simone Henn-Pausch das Erlebte zumindest ein wenig verarbeiten zu können. Professionelle Helfer trügen die Bilder von grausam gequälten Kindern oft Jahre mit sich herum, betonte die Theologin, die zudem weiß, wie schwer die Tat auch auf dem weiteren Umfeld lastet. Das kleine Mädchen sei süß gewesen und habe immer ihren Hund streicheln wollen, sagte etwa die Nachbarin der Familie, die sich wünscht, dass die Tat umfassend aufgeklärt wird.

(wol/or/sef)
 
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