| 00.00 Uhr

Tradition aus Irland
Mit dem Fruchtlöffel ins Kürbis-Gehirn

Tradition aus Irland: Mit dem Fruchtlöffel ins Kürbis-Gehirn
Beim Kürbisschnitzen in der evangelischen Kita an der Sandstraße hatten nicht nur die Kinder ihren Spaß, sondern auch Christine Kelch. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Am Abend und in der Nacht vor Allerheiligen wird auch bei uns immer öfter Halloween gefeiert, das ursprünglich aus Irland stammt. Zu Halloween gehören "fiese Fratzen". Die Firma Triangle aus Aufderhöhe hat das nötige Werkzeug. Von Fred Lothar Melchior

Am Abend vor Allerheiligen (All Hallows' Evening) dürfen es auch "Fiese Fratzen" sein: Das Buch mit Tipps zum Kürbisschnitzen lag neben der Kürbissäge, als der evangelische Kindergarten an der Sandstraße jetzt zum verspäteten Sommerfest einlud. "Wenn wir schon ein Herbstfest feiern, dann können wir auch Kürbisschnitzen anbieten", erläuterte Presbyterin Sybille Röltgen. Als langjährige Mitarbeiterin der Triangle GmbH hat sie den Draht zum benötigten Werkzeug: Die Firma von der Friedenstraße stellt Kürbissäge, Fruchtlöffel und -dekorierer zur Verfügung, wenn Kinder- und Jugendgruppen zu Halloween kreativ werden wollen.

"Es spricht sich herum, dass wir eine große Kiste mit Werkzeug haben", sagte Triangle-Geschäftsführerin Christine Kelch. "Vor kurzem habe ich mit Viertklässlern der Grundschule Böckerhof Kürbisse geschnitzt. Das war echt super. Jedes Kind hatte seinen Kürbis." Nicht nur hiesige Kindergärten und Grundschulklassen nutzen gerne das Angebot. Auch in Haan waren die Solinger Schneidwaren schon im Einsatz. Sie sind so gestaltet, dass junge Künstler sie ebenfalls benutzen können - im Gegensatz zu den Thai-, Siam- und anderen Schnitz- und Schlingenmessern sowie Modellierwerkzeugen, die Triangle für erfahrene Schnitzprofis fertigt.

Was an der Sandstraße gefertigt wurde, steht jetzt im Hausflur oder auf der Terrasse. Jugendliche wie Matz Kirchner und Tom Friedrich halfen beispielsweise Benjamin (13), Diego (6) und dessen Schwester Giada (4). Zuerst wurde mit dem Fruchtdekorierer die "Schädeldecke" des Kürbis geöffnet, der sich danach mit dem Fruchtlöffel aushöhlen ließ, um Platz für eine Kerze zu schaffen. Schließlich wurde mit der Säge das Gesicht gestaltet.

Mit einer brennenden Kerze im Inneren sehen die Kürbis-Fratzen abends wie gewünscht schön gruselig aus. FOTO: Kempner Martin

Christine Kelch kennt die Faszination bestens, die vom Kürbisschnitzen ausgeht. Schließlich sind die Schnitzwerkzeuge seit einem halben Dutzend Jahren auf dem Markt. Die Nachfrage nach ihnen sei "super": "Viele Sets werden über Bauernhöfe verkauft, andere über Internet-Marktplätze." Neben Deutschen greifen auch Holländer und Dänen gerne zur Kürbissäge. Kelch: "Einige Exemplare verkaufen wir auch nach China."

Und wie hält man eine "fiese Fratze" so frisch, dass sie am 31. Oktober nicht verwelkt ist? "Am besten sprüht ihr eure Kürbisse mit Haarspray ein", empfahl Sybille Röltgen. Kleinere Kunstwerke kann man auch einwecken - wie der bekannte amerikanische Schnitzexperte Ray Villafane bei einem Workshop am Triangle-Firmensitz in Aufderhöhe zeigte: Verzierte Süßkartoffeln etwa kann man in Essig einlegen und in Gläsern aufbewahren. Mehr Beispiele demonstriert der "bester Kürbisschnitzer der Welt" im Internet: www.villafanestudios.com

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Tradition aus Irland: Mit dem Fruchtlöffel ins Kürbis-Gehirn


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.