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Solingen
Mit der Feuerzangenbowle ins neue Jahr

Solingen: Mit der Feuerzangenbowle ins neue Jahr
Igor Folwill inzeniert die Oper "La Clemenza di Tito". FOTO: Tinter (Archiv)
Solingen. Rund 200 Veranstaltungen: Kulturmanagement hat das Programm für die neue Spielzeitvorgestellt. Von Jan Crummenerl

Wird die Ente nun zu Wasser gelassen oder nicht? Darüber streiten sich die Herren Müller-Lüdenscheid und Dr. Klöbner, die zusammen mit Badekappe in der Wanne ihres Hotelzimmers sitzen. Das markante Foto nach dem unverwüstlichen Klassiker von Loriot ziert das Titelbild des neuen Programmbuches für die Veranstaltungen der Saison 2015/2016 im Theater und Konzerthaus. Mit einer Sketch-Parade von Vicco von Bülow gastiert das Westfälische Landestheater kurz vor Weihnachten in Solingen.

Mit sichtlichem Stolz kann Hans Knopper, seit 2001 Direktor des heutigen Kulturmanagements der Stadt, zwei Programmbücher zeigen: das aus seiner ersten Spielzeit und das aktuelle. Bemerkenswert: Letzteres ist doppelt so dick wie der 14 Jahre alte Vorgänger. Es wird mehr Programm geboten. Rund 160 Veranstaltungen werden angeführt und beschrieben - nach der Drucklegung sind noch weitere 40 hinzugekommen. Und es gibt Anzeigen. "Über diese Werbung konnten wir die Broschüre komplett finanzieren", erläutert Knopper.

"Wir haben eine klare Programmstruktur: Neben dem klassischen Abonnement-Programm werden wir auch Randgebiete und Sonderformate dem Publikum nahe bringen." Da wird es beispielsweise am 18. Juni 2016 spannend, wenn in Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk das "Taschenopernfestival" über die Bühne geht. Zum Thema "Sirenen" werden fünf Komponisten fünf 20-minütige, experimentelle Kurzopern schreiben und präsentieren. Knopper: "Denn es gibt im Bergischen Land eine große Szene für neue Musik."

Michael Tesch bringt mit dem Stadtensemble Till Eulenspiegel. FOTO: Archiv

Klassisch-nostalgisch wird es am Silvestertag zugehen. Vom Format der Galaveranstaltung an diesem Abend ist man abgerückt, weil sich auch hier die Publikumsgewohnheiten geändert haben. Heinrich Spoerls Evergreen "Die Feuerzangenbowle" in der Produktion des Altonaer Theaters aus Hamburg wird gleich zweimal aufgeführt. Einmal in einer Nachmittagsvorstellung für alle, die anschließend noch anderes vorhaben. Einmal in einer Abendvorstellung mit anschließender Silvesterparty, wo mit zwei Live-Bands ein gemütlicher Übergang ins neue Jahr gefeiert werden soll. Neu ist auch, dass in den Abonnementveranstaltungen im Theater und Konzerthaus in der Pause Tische aufgestellt werden, an denen man nach Vorbestellung essen kann. "Das ist etwas ganz Neues, mit dem wir auch einmal Erfahrungen sammeln wollen", erläutert Hans Knopper. Ein weiteres neues Format wird mit dem Stück "Die drei ???-Kids und Du" des Darmstädter "Theaters auf Tour" erprobt. Zuschauer ab fünf Jahren können hier aktiv das Bühnengeschehen mitbestimmen. "Da weiß man natürlich nicht, in welche Richtung die Handlung sich weiterentwickelt."

Daneben gibt es das schon traditionelle Kinderstück, das das Solinger Stadtensemble in der Vorweihnachtszeit anbietet. Diesmal hat man sich die Abenteuer des Till Eulenspiegel vorgenommen. Hans Knopper: "In der Vergangenheit waren gerade diese Aufführungen fast immer ausverkauft."

Neben dieser "zweiten Solinger Eigeninszenierung" gibt es auch wieder die, die sich der Oper widmet. In Zusammenarbeit mit dem Regisseur Igor Folwill und der Hochschule für Musik Köln wird im Mai 2016 Mozarts "La Clemenza di Tito" produziert. Das wird auch wieder die große Stunde des Solinger Theaterchores sein.

Neben dem "offiziellen" Programm an Schauspiel, Oper und Konzert gibt es unter anderem wieder die Weltmusikreihe oder die Orgelpunkt-Konzerte. "Mit Andrea Daun und Roland Winkler als Organisatoren gestalten das Leute, die die nötigen Kontakte haben und sich rein ehrenamtlich einbringen", sagt der Kulturchef.

Quelle: RP
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