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Solingen
Mit der Sedanstraße ist die erste Sporthalle wieder freigegeben

Solingen. Die Überprüfung der Deckenkonstruktion in den gesperrten Turnhallen will die Stadt schneller erledigen als zunächst angekündigt. Von Uwe Vetter

Der erste Eindruck ist äußerst positiv: "Die Deckenabhängung ist verschraubt und nicht vernagelt", sagen Ruth Schlephack-Müller und Hans-Josef Obladen vom städtischen Immobilienmanagement mit Blick auf die in knapp sieben Metern Höhe abgenommene Platte an der Decke der Sporthalle der Hauptschule Höhscheid und Krahenhöhe an der Schützenstraße. Zumindest ein kleines Steinchen fällt den beiden städtischen Mitarbeitern vom Herz, "doch wir lassen noch einmal einen Statiker darüberschauen. In der Unterkonstruktion der Decke sind alte Klammern", begründet Obladen die Vorgehensweise. Anfang der Woche wurde Solingen wie andere NRW-Städte vom Land angewiesen, alle Sport- und Turnhallen vorsorglich zu überprüfen, die in den 1960er bis 1980er Jahren gebaut worden sind. Denn in einer Bochumer Turnhalle waren Deckenplatten wegen unsachgemäßer Befestigung herabgefallen. Der Bochumer Deckenunterbau war mit senkrecht eingeschlagenen, glatten Nägeln fixiert und nicht geschraubt worden - also anders, als in der Sporthalle Krahenhöhe. Daraufhin hat die Stadt inzwischen sämtliche 52 städtischen Sport-, Turn- und Gymnastikhallen einer ersten Sichtprüfung unterzogen. Dabei konnte für 22 Hallen bereits Entwarnung gegeben werden. 30 Hallen wurden indes gesperrt, hier müssen die Decken einer eingehenderen Prüfung unterzogen werden, weil sie, wie die in Bochum gesperrte Halle, als Deckenverkleidung Holzwolleleichtbauplatten aufweisen.

Auftakt war gestern nun an der Krahenhöhe und nicht, wie zunächst vorgesehen, die Sporthalle des Gymnasiums Schwertstraße an der Gerichtsstraße. Nach den Worten von Ruth Schlephack-Müller besteht nach den ersten Sichtprüfungen bei den Deckenplatten der Schützenstraßen-Sporthalle keine Gefährdung. Dies soll jedoch ein Statiker noch einmal genau betrachten, so dass die Turnhalle an der Krahenhöhe gestern erst einmal noch nicht freigegeben wurde.

Unterdessen ist die Sporthalle Sedanstraße gestern - als erste der zu überprüfenden - wieder freigegeben worden. Keine Prüfung vor Ort, sondern ein Abgleich mit vorliegenden Unterlagen bei der Stadt sowie die Abstimmung mit dem Statiker machten dies möglich.

Zug um Zug sollen nun die weiteren Hallen - zum Teil bereits am heutigen Samstag - überprüft werden. "Wir haben sieben Gerüste zur Verfügung, hinzukommen noch Leihgerüste", sagt Architekt Hans-Josef Obladen. Er und Schlephack-Müller gehen deshalb davon aus, dass die Überprüfung der Sporthallen keine 14 Tage dauern wird, wie zunächst angekündigt. "Wir werden schneller fertig sein", so Ruth Schlephack-Müller, "und nach jeder Überprüfung die Sperrung sofort wieder aufheben, sofern keine Schäden vorhanden sind."

Sollte sich jedoch an einer Konstruktion ein Schadensbild zeigen, würden Sicherungsarbeiten notwendig: Dies könne im günstigsten Fall ein Nachschrauben der Deckenplatten und oder der Holzkonstruktion sein; im schlimmsten Fall könne eine komplette Deckensanierung einschließlich der Unterkonstruktion erforderlich werden.

Quelle: RP
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