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Solingen
Mit Freunden und Erdbeerbowle feiern

Solingen: Mit Freunden und Erdbeerbowle feiern
Die "Pirates of Love" spielten bei "Wupper in Flammen", das im idyllisch gelegenen Rüden eine Menge Tradition hat. Ein Klassiker bei dem Sommerfest ist dabei auch die Erdbeerbowle. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Verschönerungsverein Rüden-Friedrichtal lud am Wochenende zur gut besuchten 58. Feier "Wupper in Flammen" ein. Von Fred Lothar Melchior

"Starkregen, Hagel oder gar Tornados" hatte Ralf Zinsenheim "ausdrücklich Solingen-Verbot" erteilt. Trotzdem stand der 1. Vorsitzende des Verschönerungsvereins Rüden-Friedrichtal zumindest am Samstag gelegentlich im Regen und machte sich Gedanken, ob alle geparkten Wagen wieder ohne Traktor von der Wiese kommen würden. "Eigentlich haben sie fast immer Pech mit dem Wetter", kommentierten Dr. Maria Hastenrath und ihr Sohn beim ersten Schauer gegen 16 Uhr. "Trotzdem", betonten die Gäste, "muss man zu ,Wupper in Flammen' kommen. Wir sind jedes Jahr hier. Für die Widderter ist es das Gleiche wie das Marktfest für die Gräfrather."

Nicht nur für die Widderter und andere Solinger. Regelmäßig sind unter den bis zu 1500 Besuchern auch Besucher aus Witzhelden, Leichlingen und Burscheid. "Es gibt ja nicht mehr viele große Sommerfeste", merkte Dirk Ern an und dachte dabei noch an Nümmen. Das Vorstandsmitglied des Verschönerungsvereins hatte wie rund 60 andere Aktive seit Wochen mit angepackt, um das 58. Fest wieder zu einem Erfolg zu machen. Der ist nötig, weil der Verein jeweils 17.000 bis 18.000 Euro investiert. "Der Gewinn ist aber übersichtlich", erläuterte Vorsitzender Zinsenheim. In mehreren Jahren, so Ern, "ging es plus minus null aus".

Dabei waren alleine an den Buden 25 Mitglieder im Einsatz, offerierten Herzhaftes wie Zwiebelfleisch sowie Pferdewurst und Süßes wie Donauwellen. "Es gibt Leute, die sich extra einige Stücke reservieren", erläuterte Zinsenheim. Während sie aßen, strengte sich "Chefansager" Wolfgang Eibest wieder kräftig an. "Es geht doch hier nur um den Spaß und den guten Zweck", warb er am Schnurrrad und stellte die Gewinne vor - unter anderem ein LED-Licht "mit Stimmungswechseln" für die Zeit nach dem Fest: "Wenn man hier jemand Nettes kennen gelernt hat." Dazu gab es reichlich Gelegenheit: Am Samstag spielten die "Pirates of Love". Am sonnigeren Sonntag sprangen Werner Schott ("Mods") und Wolfgang "Wöbbel" Treiber ("Lonestars") ein, als der Bergische Männerchor 1801 wegen erkrankter Tenöre nicht beim Frühschoppen singen konnte. Weil die beiden so gut ankamen, wurden sie gleich bis 16 Uhr verpflichtet. Und am späteren Nachmittag legte Christian Krämer (DJ Crazy) auf.

Für die kleinen Besucher, die sich beim Spielmobil der Stadt und auf einer großen Hüpfburg vergnügen konnten, trat Clown Willi mit seinem Luftballonzauber auf. "Samstags besuchen uns häufig die Familien mit kleinen Kindern", berichtete Ralf Zinsenheim. "Sonntagsmorgens sind es die Älteren. Die jungen Leute kommen, wenn die Band spielt." Und am späten Abend freuen sich dann alle auf das 20-minütige Feuerwerk. Die Wupper steht allerdings schon lange nicht mehr "in Flammen", wie es noch alte Fotos im Vereinsheim zeigen: 1958 trieben beleuchtete Ruderboote auf dem Fluss. Heute wird das Feuerwerk auf der Wiese abgebrannt - alles in Abstimmung mit der unteren Landschaftsbehörde, weil es um ein geschütztes Flora-Fauna-Habitat-Gebiet geht.

Beim Verschönerungsverein war man da gedanklich schon beim nächsten Feuer, das zu Ostern angezündet wird. Und Vorsitzender Zinsenheim erzählte von der Seniorenfeier vor Weihnachten und dem Nikolausfest: "Da muss noch ein Gedicht aufgesagt werden."

Quelle: RP
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