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Solingen
Mord-Prozess: Verteidiger moniert Polizisten-Aussage

Solingen. Im Prozess um den gewaltsamen Tod des Krefelders Hans Werner L. hat gestern der Leiter der Mordkommission ausgesagt. Der Kriminalbeamte fasste die Ergebnisse der Obduktion zusammen. Demnach war der Rentner qualvoll erstickt.

Dieser sei mit Panzerband gefesselt und das Gesicht zugeklebt worden. Abwehrverletzungen habe es nicht gegeben. Der Mann wurde im Badezimmer gefunden, nachdem der Vermieter und Freunde die Polizei gerufen hatten, erklärte der Leiter der Mordkommission.

Einer der Verteidiger der fünf angeklagten Polen mit Wohnsitzen in Solingen und Krefeld monierte die Aussage, dass es sich um einen qualvollen Tod handelte. Das könne der Beamte nicht wissen. Mit solchen Spekulationen würde die hohe Emotionalität noch angeheizt, beklagte er sich. Der Rechtsmediziner, der die Obduktion vorgenommen hat, soll aus Zeitmangel erst in zwei Monaten eingehend dazu befragt werden.

Hans Werner L. war am 26. Oktober tot in seiner Wohnung aufgefunden worden. Der Vermieter hatte den Mann vermisst und sich bei einer Zeugin gemeldet, die in engem Kontakt zu dem Rentner gestanden hat. Vor seinem Verschwinden habe er sich einige Tage lang nicht gemeldet. Als der Vermieter sich Sorgen machte, seien beide zu der Wohnung gegangen. Niemand habe geöffnet. "In dem Moment wusste ich, dass er tot ist", sagte die Zeugin. Sie habe aber geglaubt, der Mann sei eines natürlichen Todes gestorben.

Er habe auch davon erzählt, dass zwei Frauen ihn aufsuchten, um putzen zu wollen. "Wir haben ihm gesagt, dass er die Frauen nicht reinlassen soll", teilte die 35-Jährige dem Gericht mit. Sie habe eher im Spaß gesagt, dass man ihm noch die Wohnung ausräumen werde. So sei es dann ja gekommen.

Quelle: RP