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Solingen
Morddrohung gegen Mitarbeiter von Privatschule

Solingen. Die private Realschule Boltenheide an der Stadtgrenze von Wuppertal und Solingen befindet sich weiter unter einem verstärkten Schutz der Polizei. Denn die Schule, die von dem zur türkischen Gülen-Bewegung gehörenden Solinger Verein "Spektrum" betrieben wird, steht nach wie vor im Fokus radikaler Kreise, die dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zugerechnet werden.

"Einer unserer Mitarbeiter hat sogar eine Morddrohung erhalten", sagte die Leiterin der Schule, Inge Sassin, gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. Und auch sonst, so die Schulleiterin, werde seit dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei von Mitte Juli weiterhin Druck ausgeübt. Beispielsweise seien Bedrohnungen bekannt geworden, bei denen es beinahe zu Handgreiflichkeiten gekommen wäre.

Einschüchterungsversuche, die ihre Wirkung bei etlichen Eltern nicht verfehlen. So wurden in den zurückliegenden Wochen viele Kinder abgemeldet, so dass die Realschule mit Beginn des neuen Schuljahres, das seit vergangener Woche läuft, rund 10 Prozent ihrer Schüler verloren hat.

Insgesamt besuchten bislang ungefähr 200 Mädchen und Jungen die Realschule, die seit 2010 besteht. Ungefähr jeder fünfte der Schüler stammt aus Solingen. Darüber hinaus gehen aber auch Kinder aus Remscheid sowie Wuppertal und aus dem weiteren Umfeld aus den Städten Düsseldorf beziehungsweise Neuss zu der Schule in Vohwinkel.

(or)
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