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Solingen
Mordprozess gegen Verwandte von Hanaa S. beginnt

Solingen. Über ein Jahr nach dem spurlosen Verschwinden der Solingerin Hanaa S. müssen sich demnächst fünf Verwandte der jungen Frau wegen Mordes vor dem Wuppertaler Landgericht verantworten. Wie das Gericht gestern bekanntgab, startet der Prozess gegen den Ehemann der Vermissten, ihren ältesten Sohn, zwei Schwager sowie eine Schwägerin am Montag, 27. Juni, 9 Uhr, vor der 3. Großen Strafkammer des Landgerichts.

Den Angeklagten wird zur Last gelegt, die Mutter mehrerer Kinder, die zuletzt am 21. April 2015 lebend gesehen wurde, zunächst entführt und später umgebracht zu haben. So sollen die Verwandten der zum Zeitpunkt ihres Verschwindens 35-jährigen Frau versucht haben, die aus ihrer Sicht verletzte Ehre der Familie wieder herzustellen.

Der Hintergrund: Hanaa S. hatte sich nach jahrelangen Misshandlungen im Herbst 2014 von ihrem Mann getrennt und war aus der gemeinsamen Wohnung in Düsseldorf zusammen mit ihrer jüngsten Tochter nach Solingen gezogen. Später lernte Hanaa S., die aus dem Irak stammt und der Glaubensgemeinschaft der Jesiden angehört, einen neuen Lebensgefährten kennen, so dass sich die Familie entschlossen haben soll, sie zu ermorden. Die Leiche von Hanaa S. wird in einem Wald in Süddeutschland vermutet, ist aber bis zum heutigen Tag nicht gefunden worden.

Das Mordverfahren ist auf 47 Verhandlungstage bis Ende November angesetzt. Im Falle einer Verurteilung droht den meisten Angeklagten eine lebenslange Haft wegen gemeinschaftlichen Mordes.

(or)
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