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Solingen
Mountainbike-Strecke soll ins Bärenloch

Solingen: Mountainbike-Strecke soll ins Bärenloch
Bei einem Ortstermin im Bärenloch erörterten Politiker und Mitglieder der Verwaltung die geplante Mountainbike-Strecke. FOTO: Kempner, Martin (mak)
Solingen. Bei einer Ortsbegehung machten sich Politiker und Mitglieder der Verwaltung ein Bild von dem Areal, auf dem die 800 Meter lange Strecke gebaut werden könnte. Von Maxine Herder

Die kleine Lichtung, über einen schmalen Weg im Naherholungsgebiet Bärenloch zu erreichen, ist der Ausgangspunkt: Hier könnte schon im kommenden Jahr eine Downhill-Strecke für Mountainbiker entstehen. Und hier startete deshalb auch am Donnerstagnachmittag ein ungewöhnlicher Ortstermin: Auf einem rund eineinhalbstündigen Rundgang verschafften sich die Mitglieder des Beirates Untere Landschaftsbehörde, des Sportausschussses, der Bezirksvertretungen Mitte und Gräfrath, Planer der Stadtverwaltung und Verantwortliche der Entsorgungsbetriebe einen eigenen Eindruck von den Gegebenheiten. Die Strecke soll in rund 800 Metern durch einen Teil des Bärenlochs führen. Während die Idee für einen ersten Parcours aus Sicherheitsgründen verworfen wurde - die Mountainbiker hätten hier den Weg der Deponiefahrzeuge gekreuzt -, führt die nun favorisierte Strecke am südlichen Rand des Bärenlochs durch ein nahezu ungenutztes Gebiet, das vorwiegend mit Brombeersträuchern, Brennnesseln und jungen Erlen bewachsen ist.

Wenn die Politik zustimmt, könnte es das Ende einer langen Suche sein: Vor rund eineinhalb Jahren hatten die Grünen im Sportausschuss den Antrag gestellt, dass nach einer Strecke gesucht werden sollte, auf der Mountainbiker legal unterwegs sein könnten. "Es gibt ganz viele junge Menschen, die an verschiedenen Stellen in Solingen Downhill fahren, zum Teil auch in Landschafts- und Naturschutzgebieten, was natürlich zu Problemen führt", sagt Birgit Evertz, sportpolitische Sprecherin der Grünen. "Es ist doch besser, wenn diese jungen Menschen eine Strecke bekommen, auf der sie bauen und fahren können, als wenn sie an ganz vielen sensiblen Stellen unterwegs sind. So wird die Landschaft an anderen Stellen geschützt", so Evertz weiter.

Geplant ist dabei, dass nicht die Stadt, sondern ein Verein die Strecke betreibt - wie es beispielsweise auch auf der BMX-Bahn am Bärenloch gehandhabt wird. Dafür ist die Stadt bereits seit längerem in Kontakt mit dem Verein Velo Solingen.

"Bei einem Vor-Termin hat der Verein die angedachte Strecke bereits für gut befunden, die Mitglieder wären begeistert", sagt Artur Pach vom Ingenieurbüro Grünflächen/Landschaftsplanung. "Die Idee ist, dass die Jugendlichen die Strecke selbst bauen, beispielsweise Erdwälle errichten oder Steinschüttungen vornehmen", so Pach weiter. Ob die Stadt die Kosten für die Materialien trage oder die Finanzierung beispielsweise über Sponsoren erfolgen könnte, während die Stadt Flächen und Beratungsleistungen zur Verfügung stelle, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, so Horst Schulten, Leiter des Stadtdienstes Sport und Freizeit.

"Ohne zum jetzigen Zeitpunkt etwas vorweg zu nehmen, glaube ich, dass die Mitglieder des Beirats Untere Landschaftsbehörde positiv eingestellt sind", sagte Bernd Krebs, Vorsitzender des Gremiums, nach der Begehung. "Es geht darum, dass sich Sport und Landschaftsschutz nicht ausschließen."

In der kommenden Woche wird der Sportausschuss das Thema noch einmal besprechen, der Beirat Untere Landschaftsbehörde in der Sitzung am 1. September. "Im November wird es eine weitere Begehung geben, und dann könnte im Frühjahr eine Grundsatzentscheidung fallen", so Krebs. Damit sei es möglich, dass das Projekt bereits im Frühjahr oder Sommer 2016 realisiert werden könne.

Quelle: RP
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