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Solingen
Muslime laden zum gemeinsamen Essen ein

Solingen. Es duftet köstlich an der Kasernenstraße unweit des Hofgartens. Vor ihrem Gemeindezentrum hat die türkisch-muslimische Ditib-Gemeinde einen Stand mit Speisen aufgebaut. Die Schlange davor ist lang, bei den Spezialitäten ist für jeden etwas dabei.

Viele Gäste sind der Einladung der Gemeinde zum Fest "Essen kennt keine Grenzen" gefolgt. Bürger, aber auch Lokalpolitik, Kirchen, Moscheen und Flüchtlinge waren zum Essen eingeladen worden. In geselliger Atmosphäre sollten sich Gastgeber und Gäste im Gespräch kennenlernen. Ein Namensschild für jeden Teilnehmer half das Eis zu brechen. "Es ist wichtig, solche Veranstaltungen zu machen, um mehr voneinander zu wissen und Vertrauen zu schaffen", sagt die stellvertretende Ditib-Vorsitzende Keziban Altay. Es werde schon vieles unternommen, aber das reiche noch nicht aus.

Die Besucher am Samstag mussten für die Speisen nichts bezahlen und konnten sogar etwas mit nach Hause nehmen. Dies sollte vor allem Flüchtlingen zugute kommen. Finanziert wurde der Einkauf der Lebensmittel durch das Bundesprogramm "Demokratie leben". Bis in den Nachmittag rechneten die Veranstalter mit bis zu 800 Gästen.

Den Anstoß für das Fest gab eine Veranstaltung im Oktober. 400 Flüchtlinge hatte der Verein aus Spenden zum Essen und zur Verteilung von Kleidern und Spielzeugen eingeladen. "Es ist wichtig, dass unsere neuen Nachbarn ein Wohlfühlgefühl bekommen", so Keziban Altay. Zwischen 300 und 400 Flüchtlinge kommen mittlerweile regelmäßig in die Kasernenstraße, sei es zum Freitagsgebet oder zu Veranstaltungen wie der Lesenacht Ende November. Um allen einen Platz anzubieten, mobilisierte die Gemeinde in der ehemaligen Fabrik alle verfügbaren Räume. Sowohl im Bildungszentrum als auch in der Gebetsstätte waren etliche Räume für die Gäste hergerichtet.

Etwa 1000 Mitglieder gehören der Gemeinde an, die als Verein organisiert ist und seit 25 Jahren besteht. Neben den Mitgliedsbeiträgen finanziert sich der Verein über Spenden und wird auch von Unternehmen unterstützt.

(bjd)
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