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Solingen
Nachhaltigkeit ist eine Mitmachbaustelle mit vielen Akteuren

Solingen. Das Netzwerk "Bildung für nachhaltige Entwicklung" geht in die Offensive: Es will seine Angebote aktiver bewerben und in Kindergärten und Schulen tragen. "Es ist wichtig, die Schulen stärker zu beteiligen", betont Gernot Augustin, Lehrer und Koordinator im Landesprogramm Bildung und Gesundheit. Lehrer und Erzieher sollen auf die bestehenden Angebote aufmerksam gemacht werden, damit Bildung zu Nachhaltigkeitsthemen bereits im Kindesalter beginnen kann. Von Benjamin Dresen

"Wir versuchen, die Angebote mit den Leerplänen zu verknüpfen", sagt Kommunikationsdesignerin Daniela Tobias. Das vor zwei Jahren gestartete Internetportal www.bne-solingen.de bietet ein breites Programm mit 170 Einträgen von 65 Einrichtungen, Vereinen und Verbänden für alle Altersgruppen. Dazu zählen etwa Workshops, Arbeitskreise, Führungen oder Runde Tische zu Natur- und Umweltlernen, sozialer und interkultureller Bildung sowie globalem und entwicklungspolitischem Lernen.

"Es geht darum, durch konkrete praktische Erfahrungen Dinge zu verändern", erklärt die städtische Nachhaltigkeitsbeauftragte Ariane Bischoff. "Darüber können die Bürger die Stadt mitgestalten, es ist eine große Mitmachbaustelle." Damit die Angebote anschaulicher hervortreten, stellt Kommunikationsdesignerin Daniela Tobias auf dem Internetportal im "Magazin" ausgewählte Angebote in journalistischen Beiträgen vor. Sie besuchte dabei die Erlebnisangebote der Bausmühle, das Reparatur-Café und begleitete den Papierführerschein der Verbraucherzentrale.

In der Bausmühle an der Kotzerter Straße können Kinder unter Anleitung von Jenny Dinnebier in einem naturpädagogischen Programm Verbundenheit mit und Spaß an der Natur erleben. Die Erfahrungen, die Schüler auf dem Waldareal und am Holzer Bach sammeln, schaffen eine Basis für nachhaltiges Denken und Handeln. Die Bausmühle ist bereits offiziell außerschulischer Lernort für die Grundschule Westersburg.

Ein anderes Angebot, das bislang eher von älteren Semestern genutzt und mit Leben gefüllt wird, ist das Reparatur-Café des gleichnamigen Vereins. Am 3. Sonntag im Monat reparieren technisch versierte Ehrenamtler am Ufergarten defekte Haushaltsgeräte gemeinsam mit deren Besitzern. Denn viele Geräte sind eigentlich kein Fall für den Elektroschrott, nur weil ein Kabel lose ist.

Klaus-Dieter Pahnke vom Reparaturcafé weiß aber auch: Häufig wäre die Reparatur im Fachgeschäft teurer, als ein neues Gerät anzuschaffen. Das Reparaturcafé sucht konkret nach jüngeren Mitstreitern und außerdem nach Fachleuten, die sich mit Radio-, Video- und Fernsehtechnik auskennen.

Ein drittes beispielhaftes Angebot ist der Papierführerschein der Verbraucherzentrale. Grundschulkinder lernen hier mit Umweltberaterin Julia Ogiermann die Facetten des Alltagsproduktes kennen: Wie funktioniert der Papierkreislauf? Welches Umweltzeichen ist gut und seriös? Und was kann ich aus gebrauchtem Papier alles machen?

Quelle: RP
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