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Solingen
Nachwuchs-Detektive in der Bibliothek

Solingen: Nachwuchs-Detektive in der Bibliothek
Einen spannenden Einbruchsfall klärten die Nachwuchsdetektive mit Alexander Schrumpf auf. Der Detektiv hat die Spuren hinter dem Absperrband bereits markiert. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Mit Detektiv Alexander Schrumpf ermittelten 27 Mädchen und Jungen in einem spannenden Einbruchsfall. Von Maxine Herder

Hinter dem Absperrband hat Alexander Schrumpf bereits kleine Nummerntafeln an den Spuren des Einbruchs aufgestellt: Die "1" markiert drei kleine, zusammengeknüllte Zettel; die "2" ein rotes Brecheisen, das auf dem Boden liegt; die "3" eine schwarze Strumpfhose. Für die Spurensicherung jedoch holt sich der Detektiv Hilfe: Die elfjährige Elisabeth schlüpft in den weißen Spurensicherungsanzug, stülpt blaue Plastiküberzieher über ihre Schuhe und weiße Baumwollhandschuhe über die Hände - und macht sich, ausgerüstet mit Pinzette und Asservatentütchen, sogleich an die Arbeit.

Sie ist im Rahmen einer Kooperation von Stadtbibliothek und Ferien(s)pass - gemeinsam mit 26 weiteren Kindern - für einen Tag als Nachwuchs-Detektiv im Einsatz. Vom Wiesbadener Detektiv Alexander Schrumpf lernen die Mädchen und Jungen kindgerecht und mit jeder Menge Spaß, wie die kriminalistische Spurensicherung funktioniert, welche Werkzeuge ein Detektiv braucht - und wie Detektive eigentlich arbeiten.

"Denn mit dem, was man so häufig im Fernsehen sieht, hat unsere Arbeit wenig zu tun", sagt Alexander Schrumpf. "Ich lege Wert darauf, dass das, was ich hier zeige, auch einen Realitätsbezug hat." Denn auch wenn gerade der Einsatz von Handschellen oder die Entschlüsselung von Geheimschriften für Kinder faszinierend seien, hätten sie mit seinem beruflichen Alltag doch wenig zu tun. "Detektivarbeit ist auch viel Routine, manchmal sitzt man 14 oder 15 Stunden im Auto, oder muss zwei Wochen lang im Archiv recherchieren." Aber auch die akribische Spurensicherung ist Teil des Alltags - und genau damit beschäftigten sich die Junior-Detektive gestern Mittag in der Kinderbibliothek in den Clemens-Galerien.

Vorsichtig tupft ein Mädchen schwarzes Rußpulver mit einem feinen Pinsel auf das Glas, das der Einbrecher offenbar auf einem Regal zurückgelassen hat. Mit einer Folie kann sie den Fingerabdruck schließlich sichern. Nachdem der Detektiv außerdem gezeigt hat, wie man mit Gips Fußabdrücke sichert, machen sich die Mädchen und Jungen in drei Gruppen an ein Detektiv-Rätsel.

Bereits seit 1998 bietet der 41-jährige Schrumpf Detektiv-Seminare für Kinder an, mit rund 25 000 Mädchen und Jungen hat er mittlerweile ermittelt. "Damals haben Kinder in meiner Detektei Sturm geklingelt und wollten wissen, was Detektive eigentlich so machen. Da habe ich gemerkt, wie viel Spaß es mir macht, Kindern den Beruf zu erklären. Für mich ist das die erste Stufe der Nachwuchsgewinnung", so Schrumpf, der 1993 direkt nach dem Fachabitur bei einem Praktikum in einer Detektei bei dem Beruf geblieben ist.

"Es ist die totale Abwechslung, die mich daran vor allem fasziniert. Man trifft skurrile Menschen, hat immer wieder total unterschiedliche Aufgaben", sagt Schrumpf. Für alle Nachwuchs-Detektive hat er einen Tipp: "Das wichtigste Werkzeug des Detektivs ist der Stift. Man sollte gut lesen und schreiben können, damit man seine Beobachtungen in seinem Bericht gut wiedergeben kann."

Elisabeth (11) ist begeistert von dem Seminar. "Ich mache mit, weil ich herausfinden wollte, wie Detektive arbeiten. Vielleicht will ich auch gerne mal Detektiv sein."

Auch der neunjährigen Joy gefällt die Veranstaltung - so gut, dass sie sogar schon zum zweiten Mal dabei ist: "Ich finde das alles sehr spannend".

Quelle: RP
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