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Nahverkehr in NRW
RE7 und RB48: Am Sonntag übernehmen die Briten

Premierenfahrt von National Express
Solingen. Ab dem Fahrplanwechsel am kommenden Sonntag bedient National Express die Strecke des Regionalexpress RE 7 und der Regionalbahn RB 48. Seine Züge lässt das private Verkehrsunternehmen von der Deutschen Bahn warten. Von Guido Radtke

Es hätte Unterhaltungswert, wenn National Express ab kommenden Sonntag das gleiche Personal wie bei der Premierenfahrt am Mittwoch zwischen Köln und Rheine einsetzen würde. Ein Butler rollte für die Fahrgäste den roten Teppich aus, eine schrullige Servicekraft kümmerte sich um das leibliche Wohl.

Das Verkehrsunternehmen, das zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember die Linie des Rhein-Münsterland-Express RE 7 und der Rhein-Wupper-Bahn RB 48 übernimmt, machte auf charmant humorvolle Art deutlich, wo es seine Heimat hat.

"Very british" wurden die knapp 150 Fahrgäste bei der Sonderfahrt des National Express vom Servicepersonal begrüßt. Ab Sonntag setzt das britische Verkehrsunternehmen "normale" Zugbegleiter ein. FOTO: Radtke

"Die Übernahme bedeutet ein hervorragendes Modell für einen britischen Hoffnungsträger in Deutschland", sagte Susan Speller, Generalkonsulin Großbritanniens für Nordrhein-Westfalen bei der Einweihung des Elektrotriebzuges des Typs "Talent 2" am Hauptbahnhof in Köln. 35 fabrikneue Fahrzeuge stehen National Express Rail davon zur Verfügung, um künftig die Verkehrsleistung von 5,1 Millionen Zugkilometer pro Jahr zu erbringen.

"Diese Fahrt ist nicht unsere erste, aber unsere bedeutendste", erklärte Geschäftsführer Wolfgang Schuster. Nach vielen Test-Kilometern ohne Fahrgäste war das Tochterunternehmen des britischen Personenverkehrsdienstleisters mit seinen Zügen erst für die Mittelrhein-Bahn eingesprungen, weil diese mit großen technischen Problemen zu kämpfen hatte.

Großer Bahnhof bei der offiziellen Premierenfahrt des "Talent 2" von National Express in Köln. FOTO: Radtke, Guido (gra)

Viele Testfahrten

Zudem übernahm National Express in den vergangenen Wochen bereits einige reguläre Fahrten von der Deutschen Bahn, um sich unter realistischen Bedingungen auf die Komplett-Übernahme vorbereiten zu können. "Man lernt ja aus den Missgeschicken der Anderen", sagte Wolfgang Schuster. "Deswegen auch die vielen Testfahrten."

Tobias Richter, Chef der National Express Holding, konnte berichten, dass die bei Testfahrten aufgetretenen Probleme an den Türen behoben sind. FOTO: Radtke, Guido (gra)

National Express selbst hatte mit defekten Trittstufen zu kämpfen. Das Problem entpuppte sich als Softwarefehler. Schusters Erklärung: "Die Stufen sind mit einer Belastungserkennung ausgestattet. Weil aber bei den Leerfahrten keiner ausgestiegen ist, hat das zu Störungen geführt."

Der Geschäftsführer verspricht nicht, dass ab Sonntag alles reibungslos funktionieren werde. Auch in Sachen Pünktlichkeit nicht. "Im Passagierbetrieb haben wir die Problematik, dass wir nicht alleine auf der Schiene unterwegs sind, sondern mit allen Wettbewerbern und dem Güterverkehr."

Gerne hätten die Briten nicht nur auf dem Abschnitt der RB 48 zwischen Bonn und Köln das Angebot mit einem Halbstunden-Takt an Werktagen verbessert, sondern auch in den späten Abendstunden auf der Strecke des RE 7 zwischen Köln über Opladen und Solingen nach Münster. Das aber scheitert bislang an den finanziellen Mitteln.

Die Wartung der Züge an den Standorten Düsseldorf und Münster hat National Express im Übrigen der Deutschen Bahn übertragen. "Die Zusammenarbeit mit der DB Regio zeigt: Es wird das Beste für die Schiene herausgeholt", urteilte Heiko Sadlaczek, Geschäftsführer des Nahverkehrs Rheinland (NVR).

Quelle: RP
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