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Solingen
Neue Heimat für den Heiligen Franziskus

Solingen. "Wir begleiten den Heiligen Franziskus seit 2003/04 und haben keine Möglichkeit ihn aufzustellen", berichtet Peter-Paul van de Loo, Vorsitzender des Verschönerungsvereins der Bezirksvertretung Burg/Höhscheid. Bezirksbürgermeister Axel Birkenbeul (SPD) hatte daher im Bezirk Burg/Höhscheid selbst nach Standorten gesucht und wurde fündig: Der Wirt des Gasthaus Schaaf, Philipp Müller, wäre bereit, den Franziskus am Gebäude an der Ritterstraße anbringen zu lassen, wenn die Kosten übernommen werden, so Birkenbeul.

Die andere Option wäre, das Kunstwerk in den Neubau des Altenheims zu integrieren, das an der Goudastraße entstehen wird und das die Malteser betreiben werden.

Die Bezirksvertreter aus Burg/Höhscheid sprachen sich für den Einbau in das Altenheim aus. "Wir sollten die Lösung am Unnersberg verfolgen", so Paul Westeppe (CDU). Die beste Lösung sei der Einbau in ein neues Gebäude. Klaus Küll (Grüne) gab zu bedenken, dass man bei der Anbringung am Gasthaus Schaaf als privatem, älteren Gebäude eines Tages wieder in derselben Situation sein könnte wie heute.

Das Relief des Heiligen Franziskus hat mittlerweile eine Odyssee hinter sich. Der Solinger Künstler Paul Ern (1900-1972) schuf das vier mal zwei Meter große Kunstwerk einst als Teil seines Wohnhauses in der Lindenbaumstraße 12.

Als das Haus Anfang des neuen Jahrtausends abgerissen wurde, trennte die Baufirma Kissel das Relief heraus und lagerte es in ihrem Depot ein. Als das Kissel-Gelände den Besitzer wechselte, kam das Heiligenbild zur Firma Forst.

Verschiedene Pläne, dem Franziskus an einem Gebäude der evangelischen oder katholischen Kirche eine neue Heimat zu geben, zerschlugen sich im Lauf der Jahre. Im September vergangenen Jahres kam das tonnenschwere Werk per aufwendigem Schwertransport auf das Privatgelände von Rolf Heimann, Vorstandsmitglied im Verschönerungsverein, zur Dültgenstaler Straße nach Wald. "Wir können es nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag finanzieren", so Peter-Paul van de Loo. Und Schatzmeister Burkhard Simiot ergänzt: "Es kann nicht sein, dass ein so bedeutendes Werk in sich zerfallen muss."

Um das Kunstwerk dauerhaft aufzustellen, kalkuliert der Verschönerungsverein für Fundament, Klinkerarbeiten und Dach einen Betrag in Höhe von rund 24.000 Euro. Zwar würde der Verein dafür einen Teil seines Vermögens einsetzen, der Großteil müsste aber über Spenden finanziert werden, so der Verschönerungsverein.

(bjd)
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