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Solingen
Neue Obusse sollen mit Batterie fahren

Solingen: Neue Obusse sollen mit Batterie fahren
Hat das Pilotprojekt Erfolg, werden sowohl die augenblicklichen Obusse, als auch Teile der Dieselflotte durch die neuen Fahrzeuge ersetzt (hier ein baugleiches Dieselmodell). FOTO: stadtwerke solingen
Solingen. Ab 2018 rollen Obusse mit Batterie statt zusätzlichem Dieselmotor durch Solingen. Bei dem Modell werden Batterien über Oberleitungen geladen. So könnten Dieselbusse langfristig überflüssig werden. Von Martin Oberpriller

Die Zeit der Dieselbusse soll schon bald der Vergangenheit angehören. Und der Anfang vom Ende dieser Technik könnte zwischen Gräfrath und Meigen liegen - zumindest, wenn es nach den Verantwortlichen der Stadtwerke Solingen (SWS) geht. Die Verkehrsbetriebe wollen nämlich ab Herbst 2018 auf der bisherigen Dieselbus-Linie 695 ein ganz neues Kapitel in der Geschichte der Elektromobilität aufschlagen. Ab diesem Zeitpunkt werden dann auf der bis zu 14 Kilometer langen Strecke Obusse der nächsten Generation die alten Fahrzeuge ersetzen - und so möglicherweise den Busverkehr nicht nur in der Klingenstadt revolutionieren.

Davon jedenfalls sind sowohl Manfred Krause, Vorsitzender des Stadtwerke-Aufsichtsrats, als auch Conrad Troullier, Geschäftsführer der SWS-Verkehrsbetriebe, überzeugt. Sie präsentierten das neue Pilotprojekt gestern in der Zentrale der Verkehrsbetriebe an der Weidenstraße. Nachdem die Stadtwerke in dieser Woche einem Konsortium unter Führung des Elektrokonzerns Vossloh-Kiepe sowie des Karosseriebauers Solaris den Auftrag für vier Batterie-Oberleitungs-Busse (BOB) mit einem Volumen von über drei Millionen Euro erteilt haben, sollen die modernen Fahrzeuge in rund zwei Jahren - zunächst in einer Probephase - auf den Straßen der Klingenstadt ihre Tauglichkeit unter Beweis stellen.

Manfred Krause (l.) und Conrad Troullier setzen auf Busse der neuen Generation. FOTO: Kempner Martin

Dabei sind die Erwartungen durchaus hoch, vereinen die neuen Obusse doch gleich zwei Vorteile, die gerade für Solingen unschlagbar erscheinen. Zum einen wird unter ihrer Haube der alte Dieselmotor durch eine Batterie ersetzt, was die Umwelt schont. Und zum anderen soll eben jene Batterie in Zukunft über die in der Klingenstadt zu genüge vorhandenen Oberleitungen - sozusagen bei voller Fahrt - ständig neu mit Energie aufgetankt werden. Dadurch würde jedoch auch der Bau fester Ladestationen überflüssig, womit die BOB wiederum ein großes technologisches Plus gegenüber gewöhnlichen Elektrofahrzeugen hätten.

"Wir nutzen unsere Infrastruktur", betonte Manfred Krause am Donnerstag dementsprechend die Vorzüge der neuen Fahrzeuge für Solingen, die auf lange Sicht das fast vollständige Aus der Dieselbusse bedeuten könnten. Denn während es bislang selbst auf Diesel-Linien mit teilweiser Oberleitung undenkbar war, Obusse einzusetzen, ist dies fortan sehr wohl möglich. So werden die Fahrzeuge auf den drahtfreien Abschnitten mit Batterien betrieben, die dann in den Bereichen mit Oberleitung einfach wieder aufgeladen werden - was gerade die Linie 695 für die moderne Technik wie geschaffen erscheinen lässt. Immerhin verläuft ihre Strecke zu rund 34 Prozent unter Draht, so dass genug Gelegenheit besteht, neu zu laden.

Auf diese Weise kann ab 2018 der Elektroanteil am Solinger Nahverkehr von 65 auf rund 70 Prozent erhöht werden. Gleichwohl haben sich die Trolley-Hybrid-Busse zunächst im Alltag zu beweisen - und das ziemlich schnell. Ab 2021 müssen die SWS nämlich sukzessive ihre gesamte Obus-Flotte erneuern. Wobei die Stadtwerke die mit den Herstellern der BOB vereinbarte Option zum Kauf weiterer Fahrzeuge nur ziehen werden, wenn sich die neuen Busse bewähren.

Die SWS sind indes guter Dinge, dass die Fahrzeuge den Härtetest bestehen. Zwar sei ein 100-prozentiger Umstieg von Diesel auf Batterie noch Zukunftsmusik, sagte Conrad Troullier. Trotzdem glaubt Manfred Krause, dass die neue Technik vor allen Solingen Vorteile bringt. Beispielsweise könnte die Klingenstadt mit ihren Oberleitungen später auch für andere Städte richtungsweisend werden, so Krause.

Quelle: RP
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