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Solingen
Neue Offensive soll Leerstand in Wald bekämpfen

Solingen. Stadt und Politik im Stadtteil schweben ein Entwicklungskonzept und eine Standortgemeinschaft der Händler vor. Von Martin Oberpriller

Die Zukunft der Gewerbebrache Grossmann, die Entwicklung der Gegend um den alten Bahnhof und die Wiederbelebung des Einkaufsstandortes - die Liste der Themen, die in Wald einer Entscheidung harren, ist lang. Deshalb wollen Stadt und Politik in die Offensive gehen. So liegt der Bezirksvertretung Wald zur heutigen Sitzung (17 Uhr, Stadtsaal) eine Beschlussvorlage vor, mit der ein Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept (ISEK) erarbeitet werden soll.

Dass Handlungsbedarf besteht, daran kann es aus Sicht des Rathauses keinen Zweifel geben. Denn in dem Papier aus dem Stadtentwicklungsressort unter Stadtdirektor Hartmut Hoferichter sprechen die Autoren von sich "seit Jahren verfestigenden Problemen im Stadtteil". Im Klartext: Vor allem der Leerstand in vielen Ladenlokalen im Zentrum von Wald brennt sprichwörtlich unter den Nägeln - und verlangt nach Lösungen, um den Stadtteil fit zu machen für die Zukunft.

Ein Vorhaben, dass von Bezirksbürgermeisterin Birgit Zeier (SPD) begrüßt wird. Wobei aus Sicht der Sozialdemokratin ein ISEK nur einen ersten Schritt bedeutet. "Ich finde es gut, dass es Bestrebungen gibt, eine Standortgemeinschaft ins Leben zu rufen", sagte Zeier jetzt unserer Redaktion und verwies überdies auf einige Gespräche an Runden Tischen, die die Chancen des Stadtteils bereits zum Gegenstand hatten.

Tatsächlich schwebt der Stadt ebenfalls die Gründung einer Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) vor, die zusammen mit dem ISEK und dem "bürgerschaftlichen Engagement" Basis für eine umfassende Strategie sein könnte. Beispielsweise wäre es nach Ansicht der Verwaltung möglich, Förderprogramme in Anspruch zu nehmen.

Gleichwohl hat ein Stadtteilentwicklungskonzept nicht allein den Sinn, die Stärken von Wald herauszustellen. Vielmehr geht es auch darum, den Fokus auf Risiken zu richten, von denen es etliche gibt. So geriet der Stadtteil in der Vergangenheit immer mal wieder in die Schlagzeilen, weil einzelne Gruppen durch aggressives Verhalten auffielen - zuletzt in der Halloweennacht, als Jugendliche und junge Männer am Stadtsaal für massive Polizeieinsätze sorgten.

Darum soll das ISEK neben der Entwicklung von Gewerbe, Handel und Bildung überdies den Wohn- und Freizeitstandort Wald zum Gegenstand haben. Und zudem ist vorgesehen, in Sachen Kommunikation und Standortmarketing einen Schub auszulösen.

Indes, darüber haben die Verantwortlichen keine Illusionen, müssen Bürger wie Händler und Immobilienbesitzer mitgenommen werden. So scheiterte beispielsweise in Ohligs zunächst die Gründung einer Standortgemeinschaft, so dass zurzeit ein neuer Anlauf unternommen wird. Augenblicklich laufen die Befragungen unter den Händlern in Ohligs, teilte die Stadt jetzt auf Anfrage mit. "Mit Ergebnissen rechnen wir im Dezember", kündigte eine Rathaus-Sprecherin an.

Quelle: RP
 
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