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Solingen
Neue Schwerter dank privater Hilfe

Solingen. Stiftung Wolfgang Wüsthof fördert den Ankauf dreier Sammlungsstücke. Von Alexander Riedel

Vor allem die Größe der Waffe lässt den Besucher erschaudern: Fast zwei Meter misst das Zweihandschwert mit geflammter Klinge aus dem 16. Jahrhundert, das das Deutsche Klingenmuseum im Rahmen seiner Ausstellung "Das Schwert - Gestalt und Gedanke" ab dem 25. September präsentieren wird. "Damit wurde wirklich gekämpft", berichtet Kurator Sixt Wetzler.

Das imposante Stück aus der Zeit der Renaissance ist ebenso eine Neuerwerbung, wie ein mittelalterliches Schwert aus dem Besitz eines Londoner Kunsthändlers, und eine Pavese, ein bemalter Holzschild aus einer Nürnberger Kirche. Möglich wurde der Kauf der Exponate durch die Stiftung Wolfgang Wüsthof. "Es ist ein Glücksfall für das Museum, dass es die gibt", sagt Franz Haug, Vorsitzender des Vereins Freunde des Deutschen Klingenmuseums. "Ohne eine derartige private Unterstützung wären neue Anschaffungen nicht machbar", erklärt der frühere Solinger Oberbürgermeister, der das Klingenmuseum als "identitätsstiftend" für die Stadt bezeichnet. "Es reicht nicht, den Bestand zu erhalten, ein Museum lebt immer von der Erneuerung."

Und für Sixt Wetzler war es "wie Weihnachten, die Sammlungsstücke auszupacken." Schon in der Vergangenheit hatte die Stiftung Wolfgang Wüsthof das Museum bei einer Neuerwerbung unterstützt. Gegründet hatte sie der Schneidwarenunternehmer 2008 und sich dabei sowohl der Förderung von Kunst und Kultur als auch dem Schutz von Tier und Natur verschrieben. "Ich habe als Unternehmer von der Gemeinschaft profitiert und möchte etwas zurückgeben", begründet Wolfgang Wüsthof sein Engagement und betont: "Dass man das machen kann, vermittelt einem ein Glücksgefühl, das ich vorher nicht kannte." Dass seine Stiftung den Kauf wertvoller Museumsstücke ermöglichte, solle anderen Förderern einen zusätzlichen Anreiz liefern.

Weitere Projekte, die die Stiftung unterstützte, waren die Winterquartiere für Fledertiere und die Renaturierung von Bachtälern. Aber auch für den Schutz bedrohter Tierarten setzt sich der Solinger Unternehmer ein. "Dabei gibt er nicht nur Geld, sondern er will immer wissen, welchen Effekt sein Engagement hat, und sieht sich anschließend alles genau an", lobt Franz Haug, der den Kontakt zur Stiftung pflegt.

Quelle: RP
 
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