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Solingen
Neue Stadt-Azubis dürfen auch spinnen

Solingen: Neue Stadt-Azubis dürfen auch spinnen
Die 30 neuen Auszubildenden bei der Stadtverwaltung sind von Oberbürgermeister Tim Kurzbach im Gründer- und Technologiezentrum begrüßt worden. FOTO: Köhlen
Solingen. Oberbürgermeister Tim Kurzbach fordert auf, den Rechtsstaat zu verteidigen und Ideen einzubringen. Von Benjamin Dresen

Zwei Dinge gab Oberbürgermeister Tim Kurzbach den 30 neuen Auszubildenden der Stadt mit auf den Weg - denn die sind ihm wichtig: "Sie sorgen für einen funktionierenden Rechtsstaat", unterstrich Kurzbach gestern bei der Begrüßung der neuen Azubis im Gründer- und Technologiezentrum. Als städtische Mitarbeiter stünden sie stets vor der Herausforderung: "Wie kommt jeder Bürger zu seinem verbrieften Recht?" Schließlich finanzierten die Bürger mit ihren Steuern die Verwaltung. "Sie sind unsere Auftraggeber", so Kurzbach.

Er setzt zudem auf die neuen Azubis als Impulsgeber nach Innen. "Lassen Sie sich nicht so schnell abschleifen. Seien Sie unbequem. Stellen Sie Fragen", ermunterte der Verwaltungschef die neuen Kollegen. "Sie haben das Mandat, Ideen, Gedanken und Kreativität einfließen zu lassen. Auch spinnen ist erlaubt." Die Azubis könnten sich dabei gegenüber ihrem Vorgesetzten auf seine Worte berufen. Denn, so betont Kurzbach: "Wir müssen etwas verändern und gestalten."

Insgesamt 30 neue Auszubildende bei der Stadtverwaltung traten gestern ihre Stelle an, rund 850 Bewerbungen waren bei der Stadt eingegangen. Davon werden sieben junge Menschen zu Verwaltungsfachangestellten ausgebildet, zehn starten als Stadtinspektoranwärter in ein Duales Studium, das sie mit dem Bachelor of Laws abschließen. Die zehn zukünftigen Beamten legten bei ihrer Begrüßung das feierliche Gelöbnis ab, ihr Amt nach bestem Wissen und Können und in Einklang mit Verfassung und Gesetzen zu verwalten.

Unter den neuen städtischen Azubis sind René Rennert und Michael Jürgen Sameiske echte Unikate. Schließlich sind sie in ihrem Berufsbild jeweils die einzigen neuen Auszubildenden. René Rennert beginnt nach seinem Realschulabschluss als Gärtner bei den Technischen Betrieben. Er freut sich bei seiner Arbeit auf die "sehr freundlichen, offenen und hilfsbereiten Kollegen", die er beim dreitägigen Probearbeiten bereits kennenlernte. Über eine Berufsberatung der Arbeitsagentur fand er für sich die passende Ausbildung.

Michael Jürgen Sameiske erlernt nach dem Abitur an der Alexander-Coppel-Gesamtschule drei Jahre in der Stadtbibliothek den Beruf des Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste. "Früher hätte man dazu einfach Bibliothekar gesagt", erklärt er. In dem "eher ruhigen Beruf" hat Sameiske viel mit dem Medium zu tun, das ihm wichtig ist: Bücher. "Ich möchte den Leuten näherbringen, dieses Medium zu nutzen", hat er sich vorgenommen. Die Arbeit in der Bibliothek hatte er bei einem Praktikum in der Schulzeit für sich entdeckt.

Quelle: RP
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