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Solingen
Neue Wertstoffhöfe sollen Staus verhindern

Solingen. Die Technischen Betriebe prüfen jetzt die Einrichtung zusätzlicher Standorte. Bedarf ist vorhanden. Von Günter Tewes

An Brückentagen braucht der Solinger Geduld bei der Anlieferung im Müllheizkraftwerk an der Sandstraße beziehungsweise Entsorgungszentrum Bärenloch. Dann herrscht Hochbetrieb: Autofahrer stehen im Stau, bevor sie ihre Fracht loswerden. Ebenso, wenn dem langen Wochenende ein Feiertag vorausging. Oder zu Schulferienzeiten und auch, wenn die Oster- und Weihnachtstage günstig liegen.

Viele nutzen diese Zeiten, um den Keller aufzuräumen, die Wohnung zu renovieren oder generell einmal zu entrümpeln. "An diesen Tagen müssen die Bürger schon einmal mit einer Wartezeit von zehn bis 20 Minuten rechnen", erleben Mitarbeiter der Technischen Betriebe (TBS) die Situation. Ein neuer Wertstoffhof oder sogar weitere zusätzliche Standorte könnten das Stau-Problem bei der Anlieferung beheben. Ob sich diese Wertstoffhöfe realisieren lassen und wie teuer das Projekt werden würde, dies wird nun konkret geprüft. Wolfgang Köppen, stellvertretender TBS-Leiter, erwartet im kommenden Frühjahr erste Ergebnisse des Prüfauftrags.

"Das ist ein Service für die Bürger. Wir sind in den Überlegungen", sagte er unserer Redaktion. Bei der Frage, wo in Solingen weitere Wertstoffhöfe gebraucht werden, kommen Carsten Voigt sogleich mögliche Standorte in den Sinn. "Es wird nachgedacht, ob in Ohligs und Mitte oder vielleicht auch in Gräfrath zusätzliche Wertstoffhöfe möglich wären", erklärte der Vorsitzende des Zentralen Betriebsausschusses, in dem das Thema in der jüngsten Sitzung erörtert wurde. Voigt sieht Handlungsbedarf: Letztendlich gehe es darum, den Bürgern, die beim Müllheizkraftwerk oder auf dem Wertstoffhof in der Schlange stehen würden, lange Wartezeiten zu ersparen.

Für Wolfgang Köppen steht indes bereits heute fest: Zusätzliche Wertstoffhöfe gibt es nicht kostenneutral. "Das wird nicht funktionieren." So sei Personal vorzuhalten. Um Kosten zu senken, könnten beispielsweise auf den neuen Standorten lediglich Grünschnitt, Papier, Altmetalle und Elektroschrott angenommen werden. Zu überlegen wäre in diesem Zusammenhang ebenso, ob der Grünschnittcontainer dann noch so viele Haltestellen im Stadtgebiet ansteuern müsste.

Jedenfalls haben die Wartezeiten am Müllheizkraftwerk erkennbar zugenommen, vor allem bei den Pkw-Anlieferungen. Steuerten im Jahr 2000 noch rund 70 000 Autos die Sandstraße an, so hat sich die Zahl auf circa 111 000 pro Jahr eingependelt. Die langen Wartezeiten sind denn auch hauptsächlich auf die vermehrten privaten Pkw-Anlieferungen bis 100 Kilogramm zurückzuführen. Gründe für den Anstieg sehen die TBS in einem veränderten Konsumverhalten und der Tatsache, das mehr weggeworfen und einfacher entsorgt wird. Die Ende der 90er-Jahre eingeführte Kleinanlieferpauschale von immer noch fünf Euro - früher zehn Mark - wird gerne genutzt."

Quelle: RP
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